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MAK

Full text : Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

XXXII.
Lederarbeiten.
Es  gab  einmal  eine  Zeit  —  und  es  sind  kaum
ein  oder  zwei  Jahrzehnte  seitdem  verflossen,  —  wo  die
Kunst  des  Buchbinders,  des  Galanteriearbeiters  viel  zu
wenig  »ledern«  war.  Pappe,  Calico  und  Buntpapier
genügten  für  den  gewöhnlichen  Gebrauch,  und  wenn
die  Aufgabe  hoch  hinaufging,  so  bildeten  Sammt  und
Seide  den  Ersatz  des  soliden,  kräftigen  Leders  und
wurden  wacker  mit  Gold  bedruckt.  Nach  wenigen
Jahren  verschossen  und  verschlissen,  spielten  sie  freilich
eine  miserable  Figur  neben  den  alten  Lederbänden,
welche  Jahrhunderte  auf  dem  Rücken  trugen  und  nur
um  so  stattlicheres  und  ehrwürdigeres  Aussehen  hatten.
Das  ist  heute  nun  wohl  zum  grossen  Theile
anders,  und  wir  glauben  nicht  zu  irren,  wenn  wir  vorzugsweise ­
  den  Wiener  Galanteriewaaren  -  Fabrikanten
das  Verdienst  zuschreiben,  das  Leder  wieder  zu  Ehren
gebracht  zu  haben.  Ihre  Arbeiten  hatten  vom  Standpunkte ­
  des  Geschmacks  aus  viele  und  grosse  Gebrechen,
aber  sie  haben  das  Leder  modern  gemacht  und  sie
haben  bewirkt,  dass  für  eine  fashionable  Nase  der  etwas
starke  und  pikante  Geruch  der  Juchten  lieblich  duftet
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