XXXII.
Lederarbeiten.
Es gab einmal eine Zeit — und es sind kaum
ein oder zwei Jahrzehnte seitdem verflossen, — wo die
Kunst des Buchbinders, des Galanteriearbeiters viel zu
wenig »ledern« war. Pappe, Calico und Buntpapier
genügten für den gewöhnlichen Gebrauch, und wenn
die Aufgabe hoch hinaufging, so bildeten Sammt und
Seide den Ersatz des soliden, kräftigen Leders und
wurden wacker mit Gold bedruckt. Nach wenigen
Jahren verschossen und verschlissen, spielten sie freilich
eine miserable Figur neben den alten Lederbänden,
welche Jahrhunderte auf dem Rücken trugen und nur
um so stattlicheres und ehrwürdigeres Aussehen hatten.
Das ist heute nun wohl zum grossen Theile
anders, und wir glauben nicht zu irren, wenn wir vorzugsweise
den Wiener Galanteriewaaren - Fabrikanten
das Verdienst zuschreiben, das Leder wieder zu Ehren
gebracht zu haben. Ihre Arbeiten hatten vom Standpunkte
des Geschmacks aus viele und grosse Gebrechen,
aber sie haben das Leder modern gemacht und sie
haben bewirkt, dass für eine fashionable Nase der etwas
starke und pikante Geruch der Juchten lieblich duftet
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