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MAK

Full text : Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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wie  Patchouli.  Das  Leder  kam  durch  sie  so  sehr  in
Mode,  dass  selbst  alle  übrigen  Kunstmateriale,  wie  edle
und  unedle  Metalle,  Holz,  Porcellan,  Elfenbein,  es
nachzumachen  trachteten  und  sich  in  jeder  Weise  mit
Riemen  und  Schnallen  schmückten.  Von  dieser  Thorheit
  sind  wir  leider  heute  noch  nicht  gänzlich  befreit.
Das  moderne  Leder  griff  noch  in  einer  anderen
Weise  über  seine  Grenzen  hinaus.  Drang  es  einerseits
als  Gegenstand  der  Nachahmung  in  die  übrigen  Industriezweige ­
  hinein,  so  annectirte  es  auch  diese  wieder,
d.  h.  es  beachtete  nicht  mehr  seine  eigenen  künstlerischen ­
  Eigenschaften,  sondern  suchte  seinen  höheren
Schmuck  in  Verzierungen  von  solidem  Silber,  vergoldeter ­
  Bronze,  Elfenbein,  Holzschnitzerei,  Email  und
sonst  gar  verschiedenen  Dingen.  Die  Verbindung  mit
Metall  kann,  wie  es  bei  den  gewaltigen  Einbänden  des
Mittelalters  der  Fall  war,  unter  Umständen  geboten
und  auch  künstlerisch  sein,  aber,  so  wie  es  geschehen
ist,  in  dieser  Verbindung  das  Princip  suchen,  den  Buchdeckel ­
  zur  Goldschmiedarbeit  machen,  das  heisst
Gewerbe  und  Stoff  verkennen.
Zu  diesem  Fehler  haben  die  Wiener  Galanteriearbeiten, ­
  als  deren  Beginner  gewöhnlich  der  verstorbene ­
  Girardet  gilt,  verleitet  und  anderswo  hat  man
den  Fehler  noch  übertrieben.  Solche  Prachtarbeiten
sieht  man  noch  zahlreich  auf  der  Ausstellung,  sowohl
bei  den  Oesterreichern  (August  Klein,  Rodeck,  M.  Klein,
Groner  u.  a.)  so  wie  bei  den  Franzosen  (Marx  in  Paris)
und  bei  den  Hanauer  Lederarbeitern  (Knipp),  endlich
            
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