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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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Beziehung kann man aber zu weit gehen und geht 
auch zu weit. Der Effect ist keineswegs immer ein 
günstiger. Da die Porzellanplatte nicht als regelmässige 
Bildfläche, sondern nach den Umrissen des Gegenstandes, 
sei es als Blume, sei es als Figur oder Wolke, in dem 
dunklen, meist schwarzen Leder liegt, so erscheint die 
Verbindung hart und anstössig, der Contour zu scharf 
Umschnitten. Kaum besser ist man daran, wenn die 
Malerei direct auf dem Leder als Grund ausgeführt 
worden; die Harmonie ist schwer herzustellen und die 
Malerei durch den Gebrauch des Gegenstandes stets 
gefährdet. Die zahlreichen Arbeiten dieser Art bei 
Weidman machen desshalb auch gerade keinen glück 
lichen Eindruck. 
Ueberhaupt muss sich die Österreichische Leder 
arbeit —• und das war von Anfang an ihr Fehler — 
vor zu weit gehender Anwendung ihres Materials und 
seiner Verzierung hüten. In diese Classe übertriebener 
und verfehlter Arbeiten gehören die mit schwarzen 
Juchten überzogenen und mit farbigen Einlagen von 
Blumen und Vögeln geschmückten Präsentirteller bei 
Rodeck oder die mit dem gleichen Stoff umzogenen 
Blumenvasen bei F. Neiber, welche Porzellan imitiren, 
oder das grosse Lederblumenbouquet aus rothen Juchten 
bei Weidman oder die Cabinetkästen, welche den Eben- 
holzcabinets des sechszehnten und siebzehnten Jahr 
hunderts nachgebildet sind. In dieser Beziehung muss 
man aber einen Unterschied machen. Während bei 
Johann Etz der ganze grosse Kasten allseitig sammt 
aller Gliederung mit den schwarzen Juchten bedeckt
	        
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