326
Unter den Franzosen gibt es mehrere Aussteller
solcher Einbände, wie Chambolle et David, und zum
Theil sind es die grossen Druckereien und buchhänd
lerischen Etablissements Marne et Fils, Hachette,
welche uns ihre Werke in diesem Gewände vorführen.
Die Franzosen können sich aber auch hier nicht ver-
läugnen, sie müssen so viel von ihrem modernen
Gefühl hinzuthun, dass das Gute zum Theil verloren
geht. Sie verziehen z. B. die Arabesken der Gold
linien in unschöne Schnörkel oder machen sie zu na
turalistischem Ornament, oder wählen ganz süsslich
moderne Farben, wie z. B. violett auf hellgelb.
Selbst die Portugiesen und ebenfalls die Belgier
haben einige hübsche Arbeiten in diesem Genre ge
bracht, während die Spanier ihre Bucheinbände ganz
in der herkömmlichen Art halten, welche die Schön
heit mehr in der Idee des Dargestellten, in allegori
schem Beiwerk, als in dem decorativen Reize sucht.
Von den zahlreichen Hanauer Fabrikanten und Leder
arbeitern ist es nur J. F. Knipp, der einige hübsche
Albumdecken in dieser Art nach Zeichnungen von Fr.
Fischbach ausgestellt hat, und auch Oesterreich hat
auf der Ausstellung nur zwei Etablissements, das von
Wunder und Kölbl und das von Fr. Kritz, welche
auf dieses Genre eingegangen sind. Aber der Anfang
ist fast allseitig geschehen und wir zweifeln daher
nicht, dass diese rationellste aller modernen Leder
techniken binnen wenigen Jahren wieder allgemein
werden wird, so weit es der Preis erlaubt. Sie ist