329
das grossartigste Beispiel von antiker Malerei, die
sogenannte Alexander-Schlacht, erhalten. Das Material
dieser antiken Mosaikart bestand aus Stückchen von
Marmor und anderen Steinen in mehr oder weniger
regelmässigen Würfeln, die in eine Kittmasse einge
drückt und mit Kitt an einander befestigt waren. Die
Zeichnung erschien nur vollkommen von gewisser Ent
fernung aus gesehen. Diese Art der Steinmosaik ist,
man kann nicht sagen, verloren gegangen, da die Tech
nik sehr einfach ist, aber völlig ausser Gebrauch ge
kommen. Was sich davon als roher Ueberrest in tradi
tioneller Uebung erhalten hat, das ist das sogenannte
Terrazzo der Italiener, eine Fussbodenbedeckung aus
unregelmässigen farbigen Marmorstückchen, die in die
bindende Masse eingesetzt und geglättet werden. Die
Zeichnungen, die sich mit ihnen h erstellen lassen, sind
rein ornamentaler und höchst einfacher Natur. Auf
der Ausstellung findet man ein Beispiel in der Vor
halle des österreichischen Kaiserpavillons. Was diese
Mosaik dem Alterthum leistete, geschieht heute durch
die glasirten oder incrustirten Fliesen, da diese aber
regelmässige Platten sind und auf sich selber Zeich
nung und Malerei haben, so entfallen sie auch der
Mosaik, welche sich aus einfarbigen Stücken zu
sammensetzt.
Das italienische Mittelalter hatte die Gewohnheit,
Wände, Fussboden und Geräth der Kirchen mit far
bigen Marmorplatten in einfachen Zeichnungen zu
bedecken, wie z. B. zu Florenz in San Miniato und
am Dom und sonst vieler Orten zu sehen ist. Auch