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wo sie ihre Wiedererstehung erlebte. Die Nothwendig-
keit der Restauration führte den Fabrikanten Salviati,
dessen Verdienste um die venezianische Glasindustrie
wir schon an anderer Stelle gewürdigt haben, darauf,
die Glasmosaik wieder als Industriezweig einzuführen,
sie nicht blos zur Restauration des Vorhandenen zu
verwerthen, sondern sie als freie Kunst, wo immer sie
Platz finden könne, wieder zu beleben.
Die ziemlich einfache Technik, die Zurichtung der
farbigen Glaswürfel, das Befestigen mit der Kittmasse
nach der unterlegten Zeichnung, machte keine Schwie
rigkeit und es kam nur darauf an, Künstler und Kunst
freunde für die neue Decoration zu gewinnen. Der pracht
vollen, grossartigen Wirkung, die schwerlich mit einer
anderen Decorationsart zu erreichen ist, kam die wach
sende Vorliebe für die alten Künste entgegen und na
mentlich war es England, welches die neue Kunstart
mit Enthusiasmus aufnahm, sofort die bedeutendste
Anwendung davon machte und gegenwärtig selbst die
kolossalen Räume von St. Pauls damit zu schmücken
im Begriffe ist. Der bescheidene Anfang Salviati’s ist
zu einem grossen Institut herangewachsen, dessen viel
seitige Leistungen uns die Ausstellung erkennen lässt.
Wir sehen in dieser Technik religiöse wüe nicht reli
giöse Gegenstände, z. B. Portraits, doch bewirkt es die
Technik, dass stilvolle Zeichnungen sich am besten
für sie eignen; wir sehen Beispiele aller Stilarten vom
frühesten Byzantinismus an bis in die Renaissance hin
ein und zugleich moderne Schöpfungen, wir sehen auch
— und das ist die jüngste Erweiterung — die Anwen-