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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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wo sie ihre Wiedererstehung erlebte. Die Nothwendig- 
keit der Restauration führte den Fabrikanten Salviati, 
dessen Verdienste um die venezianische Glasindustrie 
wir schon an anderer Stelle gewürdigt haben, darauf, 
die Glasmosaik wieder als Industriezweig einzuführen, 
sie nicht blos zur Restauration des Vorhandenen zu 
verwerthen, sondern sie als freie Kunst, wo immer sie 
Platz finden könne, wieder zu beleben. 
Die ziemlich einfache Technik, die Zurichtung der 
farbigen Glaswürfel, das Befestigen mit der Kittmasse 
nach der unterlegten Zeichnung, machte keine Schwie 
rigkeit und es kam nur darauf an, Künstler und Kunst 
freunde für die neue Decoration zu gewinnen. Der pracht 
vollen, grossartigen Wirkung, die schwerlich mit einer 
anderen Decorationsart zu erreichen ist, kam die wach 
sende Vorliebe für die alten Künste entgegen und na 
mentlich war es England, welches die neue Kunstart 
mit Enthusiasmus aufnahm, sofort die bedeutendste 
Anwendung davon machte und gegenwärtig selbst die 
kolossalen Räume von St. Pauls damit zu schmücken 
im Begriffe ist. Der bescheidene Anfang Salviati’s ist 
zu einem grossen Institut herangewachsen, dessen viel 
seitige Leistungen uns die Ausstellung erkennen lässt. 
Wir sehen in dieser Technik religiöse wüe nicht reli 
giöse Gegenstände, z. B. Portraits, doch bewirkt es die 
Technik, dass stilvolle Zeichnungen sich am besten 
für sie eignen; wir sehen Beispiele aller Stilarten vom 
frühesten Byzantinismus an bis in die Renaissance hin 
ein und zugleich moderne Schöpfungen, wir sehen auch 
— und das ist die jüngste Erweiterung — die Anwen-
	        
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