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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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düng in rein architektonischer Decoration, z. B. am 
Plafond als ewig dauernden Goldgrund, von dem sich 
die plastischen Rosetten vortrefflich abheben. Die Wie 
derbelebung dieses Mosaikzweiges ist ein Zeichen, dass 
in der Kunst immer noch ernstere Richtung, welche die 
Malerei mehr und mehr vermissen lässt, lebendig vor 
handen ist. 
Ausserhalb Italiens gibt es so gut wie keine Mo 
saik mehr; in den übrigen Ländern der europäischen 
Cultur hat statt dessen in jüngster Zeit die Marque- 
terie, die eingelegte Holzarbeit, die auch in Italien 
ihre Quelle hat, wieder Verbreitung gewonnen. Wir 
werden ihrer noch bei den Möbeln zu gedenken haben. 
Nur die indische Kunst kennt noch Mosaikarbeiten, 
aber auch diese sind, wie sich mit einiger Sicher 
heit nachweisen lässt, von Florenz ausgegangen. Wir 
sehen in der indischen Ausstellung eine Reihe Marmor 
arbeiten, kleine Platten, Tafeln, Füllstücke und Ande 
res, das vollständig in der Technik der pietra dura 
gehalten ist. Nur ist der Unterschied von den floren- 
tinischen Arbeiten der, dass den Fond der indischen 
Mosaik weisser und nicht schwarzer Marmor bildet, und 
dass die blumige Ornamentation ganz in indischem 
Stile gehalten ist. Näher noch schliesst sich an eine 
altere, in Italien nunmehr fast ausgestorbene Technik 
die Stiftmosaik von Bombay an, geometrische Muster, 
aus Dreiecken und Vierecken von äusserster Feinheit 
zusammengesetzt. Diese Mosaikart wird aus Stäbchen 
von Metall, Elfenbein und verschiedenfarbigem Holze 
gebildet, welche der Quere nach durchschnitten werden
	        
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