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düng in rein architektonischer Decoration, z. B. am
Plafond als ewig dauernden Goldgrund, von dem sich
die plastischen Rosetten vortrefflich abheben. Die Wie
derbelebung dieses Mosaikzweiges ist ein Zeichen, dass
in der Kunst immer noch ernstere Richtung, welche die
Malerei mehr und mehr vermissen lässt, lebendig vor
handen ist.
Ausserhalb Italiens gibt es so gut wie keine Mo
saik mehr; in den übrigen Ländern der europäischen
Cultur hat statt dessen in jüngster Zeit die Marque-
terie, die eingelegte Holzarbeit, die auch in Italien
ihre Quelle hat, wieder Verbreitung gewonnen. Wir
werden ihrer noch bei den Möbeln zu gedenken haben.
Nur die indische Kunst kennt noch Mosaikarbeiten,
aber auch diese sind, wie sich mit einiger Sicher
heit nachweisen lässt, von Florenz ausgegangen. Wir
sehen in der indischen Ausstellung eine Reihe Marmor
arbeiten, kleine Platten, Tafeln, Füllstücke und Ande
res, das vollständig in der Technik der pietra dura
gehalten ist. Nur ist der Unterschied von den floren-
tinischen Arbeiten der, dass den Fond der indischen
Mosaik weisser und nicht schwarzer Marmor bildet, und
dass die blumige Ornamentation ganz in indischem
Stile gehalten ist. Näher noch schliesst sich an eine
altere, in Italien nunmehr fast ausgestorbene Technik
die Stiftmosaik von Bombay an, geometrische Muster,
aus Dreiecken und Vierecken von äusserster Feinheit
zusammengesetzt. Diese Mosaikart wird aus Stäbchen
von Metall, Elfenbein und verschiedenfarbigem Holze
gebildet, welche der Quere nach durchschnitten werden