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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

stand gebildet: so aber ist es wie eine Bude voll 
gestopft mit den Arbeiten der Fabrikanten und Kauf 
leute, welche der Herr zum Tempel hinaustrieb. 
Trotzdem hat es nicht ausgereicht und wir müssen 
die kirchliche Kunst Oesterreichs, wollen wir eine 
Uebersicht haben, an gar verschiedenen Stellen zu 
sammensuchen. 
Uebrigens ist das, was uns das eiserne Kirchlein 
in seinem Inneren bietet, wenn wir es im Einzelnen 
betrachten, in keiner Weise zu verachten. Es lässt 
uns einerseits den grossen Fortschritt erkennen, den 
Wechsel in Geschmack, und andererseits sind wirklich 
vortreffliche Arbeiten dabei. Obenan steht die Fabrik 
von C. Giani in Wien, deren Entwicklung wir nun 
länger als ein Jahrzehnt mit Vergnügen verfolgen. 
Wir haben es beobachtet, wie von Jahr zu Jahr der 
Kreis ihrer Arbeiten sich erweiterte, der Geschmack sich 
läuterte, das Gefühl für Farbe sichtlich zunahm. Letztere 
Eigenschaft haben wir noch besonders an dem zu con- 
statiren, was sie für die Ausstattung des Wohnhauses 
arbeitet. Auf kirchlichem Gebiete war sie die erste in 
Oesterreich, welche der Reform im Sinne des Mittel 
alters folgte, und sie hat noch heute darin die Führung. 
Alle ihre Arbeiten auf der Ausstellung, soweit sie 
nicht für den jüdischen Ritus bestimmt sind, gehören 
dieser Richtung an. Gegenwärtig tritt ihr die Stickerei 
anstalt von Uffenheimer in Innsbruck mit vollen 
deten Arbeiten in mittelalterlicher Weise würdig zur 
Seite. Beide werden in ihrem Wirken durch die ge 
schickten Hände in den klösterlichen Anstalten, wie
	        
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