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verwerfen wollen, zu siisslichen und zu bunten Cha
rakter trägt. Letzteres gilt unter Anderem von dem
grossen Hauptaltar. Ueberhaupt dürften alle figürlichen
Gestalten, die aus dieser Anstalt hervorgehen, einen
gemeinsamen Mangel tragen: sie sind zu weich und
entbehren der Männlichkeit; sie sind demüthig, fromm
hingegeben, sogar sentimental im Ausdruck: das steht
allerdings den Frauen gut, aber den Männern wünscht
man doch mehr Stärke, Vertrauen und kraftvolle Hal
tung; diese erscheinen wohl ihrer passiven, ihrer Lei
densaufgabe entsprechend, aber nicht dem Apostelamt
gewachsen.
Wenn uns die Ausstellung den richtigen Mass
stab gäbe, so wäre kein Land mehr auf die mittel
alterliche Reform in der kirchlichen Kunst eingegangen,
als gerade Frankreich, welches noch vor wenigen
Jahren sich dieser Richtung am allerbestimmtesten wider
setzte. Der Aussteller sind freilich wenige, aber was
sie bringen, gehört weit überwiegend dieser neuen
Richtung an. Die reiche Ausstellung der Kirchenstoft'e
von J. A. Henry in Lyon erscheint ganz und gar ins
mittelalterliche Lager übergegangen und zeigt uns mit
stilisirten Thieren die reinsten Muster des i3. und
14. Jahrhunderts. Und vortrefflich sind diese Arbeiten,
besonders auch in den Figuren, die in vielen Fällen
nicht als Handarbeit durch Stickerei, sondern als reines
Gewebe hergestellt sind. Nur geht diese Fabrik wohl
in der Anwendung der Figuren zu weit, wenn sie auf
den Messgewändern ganze religiöse Gemälde, wie z. B.
das Abendmahl nach Leonardo, darzustellen bemüht