XXXV.
Posamentirarbeiten.
Es ist ein kleiner und dem Anscheine nach unbe
deutender Gegenstand, den wir jetzt besprechen wollen.
Trotzdem ist er von grosser Wichtigkeit in der de-
corativen Kunst und es ist um so mehr nothwendig,
einmal die Blicke auf ihn hinzulenken, als er entschieden
auf falsche Wege gerathen ist.
Die Borten, Quasten, Schnüre, Fransen, Crepinen,
Besatz und Gehänge, oder was man sonst alles dazu
rechnen will, bilden für alle Decoration in gewebten
und gestickten Stoffen das finishing; solche Arbeiten
geben ihnen den Abschluss, den Eindruck des Fertig
seins und man sieht daher, dass sie für ein feineres
Gefühl nicht zu entbehren sind. Andererseits sind sie
aber auch nichts Selbstständiges und sollten daher
auch über ihre untergeordnete Stellung und Bedeutung
nicht erhoben werden; zumal sollte man nicht ver
gessen, dass sie nur in Verbindung mit gewebten Stoden
ihre Berechtigung haben. Die Ausstellung lehrt uns
aber mannigfach, wie man diese Grenzen verkennt und
die Posamenterie zu einem selbstständigen Zweige der
Kunstindustrie zu machen trachtet.