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Wie ganz anders ist nun der Charakter unserer
modernen Posamenterien! Wir wollen unsere Leser
dabei nicht von Land zu Land führen, sondern den
jenigen, dem es um Belehrung durch den Anblick zu
thun ist, nur auf die bedeutendsten Aussteller ver
weisen — viele sind es ohnehin nicht — auf die Fran
zosen G. Weber, Dieutegard und Antheaume so wie
L. Sporck in Paris. Sie stehen mit ihresgleichen bei
einander, wie sich denn die französische Ausstellung
vor allen durch übersichtliche Ordnung in sich selber
auszeichnet. Die Franzosen haben es begriffen, dass
nicht der bunte Wechsel des Verschiedenen, das Kains
zeichen confuser Köpfe, sondern die gute Ordnung
und Zusammenstellung des Gleichartigen für Lehre
und Bildung so wie für imponirende Wirkung auf das
Publicum gleich gut ist. Neben den französischen Fa
brikanten ist insbesondere noch der Wiener Drächsler
lehreich und bedeutend mit seiner schönen Ausstellung.
Wie schon gesagt, wird der netzartige Abschluss
auch von der modernen Industrie verwendet, aber der
Regel nach nur dann, wenn es sich um den Besatz
und Behang einfarbiger Stoffe handelt; farbig ist fast
nur der Behang der gestreiften römischen Seidenschärpen,
die ja auch nationalen Ursprungs sind. Auch die
Quasten und Schnüre sind nicht vergessen, aber was
ist aus diesem einfachen Motiv geworden? Statt des
unteren Theils der hängenden Fäden, Stränge und
Schnüre ist der obere, der Knoten, zur hauptsächlichsten
Bedeutung gekommen und mehr Drechslerarbeit als
sonst etwas. Es sind profilirt gedrehte Knoten, Ku-