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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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das dritte Genre könnten wir die Art bezeichnen, welche 
Blumen und Blätter nur in zwei Farben, z. B. in 
Schwarz und Grün, in Schwarz und Roth zur Ver 
wendung bringt und damit die eigentlich naturalistische 
Darstellung ausschliesst. Die vierte Art betrachtet den 
Teppich als eine geschlossene, zusammenhängende Fläche 
und unterwirft sie einem einzigen System, das im De 
tail entweder mit orientalisirenden Arabesken oder mit 
Motiven des vorigen Jahrhunderts ausgefüllt wird. Zu 
diesem System gehören ein reiches Mittelstück, Eck 
ornamente und eine breite Bordüre. Es ist das System 
welches den kostbarsten französischen Teppichen zu 
Grunde liegt, doch hier nicht mit orientalischen, son 
dern mit echt französischen Motiven, d. h. des 17. 
und 18. Jahrhunderts. Es folgt nun fünftens die Or- 
namentation mit naturalistischen Blumenbouquets und 
Ranken, aber in regelmässiger Vertheilung und An 
ordnung, und endlich sechstens die volle naturalistische 
Weise, welche die Natur in aller Unregelmässigkeit, 
in ihrer zufälligen Wahrheit imitirt. Dahin rechnen 
wir auch die Darstellung von Thieren und Genre 
bildern. 
Wie schon angedeutet, sind in der englischen Aus 
stellung diejenigen Teppiche, welche der ersten und 
zweiten Art angehören, überwiegend nach der Zahl 
wie in Bezug auf die Schönheit. Die vierte Art, bei 
den Franzosen die bedeutendste, ist nur durch ein 
oder zwei und durchaus nicht gelungene Beispiele von 
Tempelton und von Tapling vertreten. Die sechste 
Art, welche vor wenigen Jahren noch den ganzen
	        
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