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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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Kidderminster gingen, nur ist das Farbengefühl feiner 
und harmonischer. Dadurch gewahren diese Aibeiten 
für das Auge, das sie für sich allein und nicht in ihrer 
Bedeutung als Decoration der Wohnung und somit als 
Theil eines Ganzen betrachtet, immer noch bedeuten 
den Reiz. Nach dem gewöhnlichen Motiv bedecken 
Laub- und Blumenranken wie ein regelmässiges Gitter 
mit rautenförmigen Oeffnungen die ganze Fläche, 
zwischen diese Oeffnungen hindurch sieht man abei 
in landschaftliche Bilder hinein, die bald blühende 
Gärten, bald Wald, bald Berge und Gletscher vor 
stellen. Das mag nun in seiner Art, heiter und duftig 
wie es gehalten ist, für sich recht hübsch und bewun 
dernswürdig sein, allein für einen Fussboden will es 
sich wenig schicken, sintemal wir alsdann durch das 
Geranke und Gegitter hindurch mitten auf die Gletscher 
und Bergspitzen hinauftreten. Auch ist die ganze 
Färbung viel zu bunt und unruhig, um auf dem F uss- 
boden beständig unter dem Auge noch angenehm zu 
sein. Wir können solche Farbenpracht über uns an dem 
Plafond ertragen, wohin das Auge zuweilen sich er 
hebt; dort aber, wo es immer ruht und ausruht, will 
es auch Ruhe haben. 
Die Verwechslung zwischen den Bedingungen von 
Plafond und Fussboden begeht die zweite Art der 
französischen Teppiche noch directer. Sie nimmt den 
ganzen Plafond, wie er ist, in seiner plastischen Um 
rahmung, mit seinen Eckverzierungen, mit seinem 
reichen Mittelstücke, mit seinen Medaillons, mit seinen 
Figuren und überträgt ihn einfach auf den Fussboden,
	        
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