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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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menten von ganz veralteter Art entstellt, während 
Ginzkey seinen orientalischen Motiven schöne stilisirte 
Muster hinzufügt. 
Ist bei diesen Fabrikanten der Geschmack noch ge 
mischt, so ist er bei der Fabrik von Philipp Haas und 
Söhnen, deren allgemeine Bedeutung wir schon oben 
gewürdigt haben, ganz positiv- für den Orientalismus 
entschieden. Ihre zahlreichen, durch Grösse und Far 
benreiz gleich ausgezeichneten Teppiche sind fast aus 
nahmslos orientalischer Art und es sind Muster dar 
unter, so mannigfach und von solcher Schönheit, wie 
sie die ganze orientalische Ausstellung nicht aufzuweisen 
hat. Höchstens zeigt uns die indische Abtheilung mit 
einigen Teppichen aus dem India-Museum in London 
Aehnliches. Das kommt einfach daher, weil diese Fa 
brik nicht sich an das hält, was heute landläufig im 
Orient geht und bereits an Reiz gesunken oder von euro 
päischem Geschmack angekränkelt ist, sondern vorwie 
gend an alte Muster, die heute wohl noch im Orient, 
wenn man es darauf anlegt, aufzubringen sind, wenn auch 
nicht ohne Mühe und Schwierigkeit. 
Auch Museen und Schlossdepots bieten noch 
einiges dar, so insbesondere das kaiserliche Teppich 
depot in Schönbrunn, dessen bis dahin unbeachtet ge 
bliebene Schätze heute durch Vermittlung des öster 
reichischen Museums aller Industrie nutzbar gemacht 
werden. Man muss freilich selber Geschmack und in 
der Wahl einen geübten Treffer besitzen, wie diese 
Eigenschaften das Haupt der genannten Fabrik aus-
	        
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