China als hauptsächlichste Quelle dient. Man sieht schon
hieraus, dass es ihnen mehr um das Barocke und Auffallende
zu thun ist als um die Schönheit. So imitiren
sie — und es sind hier verschiedene Häuser zu nennen»
z. B. das genannte Haus Lamy und Giraud oder Mathevon
und Bouvard oder Poncet und Morel — auf
diesen Seidenstoffen die eigenthümliche Art der chinesischen
Landschaften, die ohne Horizont von unten
nach oben aufsteigen, mit Gewässern und Inseln, Bergen
und Häusern, Brücken und Bäumen, Wandernden und
Fahrenden, oder sie benützen die phantastischen Drachen
und den Hund des Fo als wiederkehrendes Motiv,
oder sie verpflanzen gar die ganze Ornamentation
der alten chinesischen Zellenschmelzgeräthe mitsammt
den goldenen Cloisons, mit denen sie die ganze Fläche
netzartig überziehen, auf das Gewebe. Das giebt denn
wohl hübsche, farbige Effecte auf dem schillernden
Seidenstoff, aber das Bizarre waltet doch vor und beherrscht
den Eindruck. Eben so wenig sind die Imitationen
der indischen Goldstoffe, die uns z. B. Espiard
vorführt, gelungen, theils weil das feine Muster zu sehr
französisirt worden, theils weil die Farben zu modern
sind. Der Effect ist daher ein französischer und kein
indischer.
Natürlich sind auch diesmal die Franzosen mit der
höchsten Spitze ihrer Weberei, mit den Gobelins, darin
sie heute keinen Concurrenten haben, möglichst glänzend
erschienen. Wir finden ihre Beispiele an zwei
Orten der Ausstellung, in der Kunsthalle unter den
Gemälden wie im Industriepalast unter den Geweben