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MAK

Full text : Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

China  als  hauptsächlichste  Quelle  dient.  Man  sieht  schon
hieraus,  dass  es  ihnen  mehr  um  das  Barocke  und  Auffallende ­
  zu  thun  ist  als  um  die  Schönheit.  So  imitiren
sie  —  und  es  sind  hier  verschiedene  Häuser  zu  nennen»
z.  B.  das  genannte  Haus  Lamy  und  Giraud  oder  Mathevon
  und  Bouvard  oder  Poncet  und  Morel  —  auf
diesen  Seidenstoffen  die  eigenthümliche  Art  der  chinesischen ­
  Landschaften,  die  ohne  Horizont  von  unten
nach  oben  aufsteigen,  mit  Gewässern  und  Inseln,  Bergen
und  Häusern,  Brücken  und  Bäumen,  Wandernden  und
Fahrenden,  oder  sie  benützen  die  phantastischen  Drachen ­
  und  den  Hund  des  Fo  als  wiederkehrendes  Motiv, ­
  oder  sie  verpflanzen  gar  die  ganze  Ornamentation
der  alten  chinesischen  Zellenschmelzgeräthe  mitsammt
den  goldenen  Cloisons,  mit  denen  sie  die  ganze  Fläche
netzartig  überziehen,  auf  das  Gewebe.  Das  giebt  denn
wohl  hübsche,  farbige  Effecte  auf  dem  schillernden
Seidenstoff,  aber  das  Bizarre  waltet  doch  vor  und  beherrscht ­
  den  Eindruck.  Eben  so  wenig  sind  die  Imitationen ­
  der  indischen  Goldstoffe,  die  uns  z.  B.  Espiard
vorführt,  gelungen,  theils  weil  das  feine  Muster  zu  sehr
französisirt  worden,  theils  weil  die  Farben  zu  modern
sind.  Der  Effect  ist  daher  ein  französischer  und  kein
indischer.
Natürlich  sind  auch  diesmal  die  Franzosen  mit  der
höchsten  Spitze  ihrer  Weberei,  mit  den  Gobelins,  darin
sie  heute  keinen  Concurrenten  haben,  möglichst  glänzend ­
  erschienen.  Wir  finden  ihre  Beispiele  an  zwei
Orten  der  Ausstellung,  in  der  Kunsthalle  unter  den
Gemälden  wie  im  Industriepalast  unter  den  Geweben
            
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