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MAK

Full text : Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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die  aber  auch  geeignet  sind,  ihn  mit  Sicherheit  auf
den  richtigen  Weg  zu  leiten.  Eine  Menge  Verkehrtheiten ­
  fallen  schon  mit  der  Beobachtung  dieser  in
Wirklichkeit  von  der  Natur  der  Dinge  gegebenen  Verhältnisse ­
  hinweg.
Fernere  Bedingungen  ergeben  sich  aus  der  Form
und  der  Gliederung  des  Gegenstandes  in  ihren  Beziehungen ­
  zum  Ornament.  Das  Ornament  ist  das  Nebensächliche, ­
  der  Gegenstand  die  Hauptsache.  Es  ist  Aufgabe ­
  des  Ornaments,  den  Gegenstand  zu  verzieren,
seinen  Bau,  seine  Gliederung,  seine  Gestalt  zu  heben,
nicht  aber  sie  zu  vernichten,  überwuchernd  sie  zu  verdecken ­
  oder  gar  an  ihre  Stelle  zu  treten.  Es  muss
sich  daher  anschliessen  und  unterordnen,  und  ist  für
sich  allein  nie  geeignet,  den  Gegenstand  künstlerisch
zu  etwas  zu  machen.  In  Folge  der  richtigeren  Einsicht
in  dieses  Verhältniss  legt  die  Reform  einerseits  grösseren
Werth  auf  den  Bau  und  die  Durchbildung  der  Form,
andererseits  sucht  sie  das  Ornament  mehr  anzupassen
und  unterzuordnen.
Schon  aus  diesem  Grunde  muss  sie  sich  dem
wilden  Naturalismus,  wie  er  bisher  in  Blume  und
Pflanze  geherrscht  hat,  aufs  entschiedenste  entgegenstellen. ­
  Das,naturalistische  Ornament  hat  das  Hauptziel, ­
  die  Natur  mit  allen  ihren  Zufälligkeiten  getreu
zu  copiren,  ist  also  durch  einen  fremden  Zweck  gehindert ­
  an  der  Unterordnung  unter  die  Form  des  Gegenstandes. ­

Der  Künstler  muss  Herr  sein  über  das  Ornament;
es  muss  frei  in  seiner  Hand  liegen,  dasselbe  nach  sei-
            
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