XXXVIH.
Leinengewebe.
Wir haben in diesem und dem folgenden Artikel
von zwei Arten der Weberei oder vielmehr des Gespinnstes
zu reden, die sich darin gleichen, dass sie
sich beide abwehrend gegen die Farbe verhalten, von
den Leinengeweben und von den Spitzen. Ihre Kunstmittel
sind die bescheidensten von der Welt; die eine
zeichnet nur weiss auf weiss und macht durch mattes
Ornament auf blanker Fläche oder umgekehrt ihre
Decoration sichtbar, die andere hat gar nur die dichtere
oder dünnere Lage der Fäden und ihren verschiedenen
Lauf zur Verfügung. Und doch sind beide trotz dieser
überaus effectlosen Mittel Stolz und Freude unserer
Hausfrauen, Lust und Entzücken unserer Damen.
Bei der Leinwand wenigstens brauchte das nicht
gerade so zu sein, und es war auch nicht immer der
Fall. Vor Zeiten wetteiferten Stickerei und Weberei,
das leinene Haus- und Tischzeug mit echten, wäschehaltigen
Farben zu verzieren, und die edelsten Damen
füllten die Stunden ihrer Müsse mit der Stickerei ihres
Leinenzeuges aus. Manch tüchtig Stück dieser Art von
festem Faden ist uns selbst noch aus dem Mittelalter