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Dass dies keine blossen Theorien oder frommen
Wünsche mehr sind, das lehrt uns unsere Weltaus
stellung. Wir sehen bereits mancherlei Versuche von
sehr verschiedener Seite her, der künstlerischen Aus
stattung der Leinwand zu Ehren und Ansehen wiedei
zu verhelfen, eben sowohl in der Richtung das Orna
ment weiss auf weiss zu veredeln, als ihm Farbe hin
zuzufügen.
Freilich ist dieser Industriezweig auf der Ausstel
lung nicht so vollständig erschienen, um eine genügende
Uebersicht vom Stande der Dinge zu gewinnen, was
wir aber sehen, ist lehrreich gerade in der angedeuteten
Richtung. England und Irland sind mit ihren Lein
wanddamasten nur schwach vertreten und die ausge
stellten Beispiele lassen nichts von den verschiedenen
Versuchen sehen, die wir von dorther kennen, mehr
Charakter in die Zeichnung zu bringen. Als Hauptaus
steller erscheint C. Pegler in Leeds, zum Theil mit
grossen Decken, auf denen die Zeichnung in weiss auf
gelblichem Grunde ausgeführt ist. Seine Ornamente sind
bedeutungslos; Thiere wie Vögel und Hirsche, sodann
Landschaften, die hinzugefügt sind, erhöhen den künst
lerischen Werth in keiner Weise. Andererseits ist diesem
englischen Industriezweige nachzurühmen, dass er nicht
wie die übrigen Länder mit Paradestücken der Technik
aufgetreten, die um so weiter von ihrem Ziele sich
entfernen, je mehr Anstrengung und Mühe sie ge
kostet haben.
Solche Paradestücke führt uns Frankreich vor
Augen, daneben aber auch Versuche zu bedeutungs-