MAK

Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

— 381 — 
Dass dies keine blossen Theorien oder frommen 
Wünsche mehr sind, das lehrt uns unsere Weltaus 
stellung. Wir sehen bereits mancherlei Versuche von 
sehr verschiedener Seite her, der künstlerischen Aus 
stattung der Leinwand zu Ehren und Ansehen wiedei 
zu verhelfen, eben sowohl in der Richtung das Orna 
ment weiss auf weiss zu veredeln, als ihm Farbe hin 
zuzufügen. 
Freilich ist dieser Industriezweig auf der Ausstel 
lung nicht so vollständig erschienen, um eine genügende 
Uebersicht vom Stande der Dinge zu gewinnen, was 
wir aber sehen, ist lehrreich gerade in der angedeuteten 
Richtung. England und Irland sind mit ihren Lein 
wanddamasten nur schwach vertreten und die ausge 
stellten Beispiele lassen nichts von den verschiedenen 
Versuchen sehen, die wir von dorther kennen, mehr 
Charakter in die Zeichnung zu bringen. Als Hauptaus 
steller erscheint C. Pegler in Leeds, zum Theil mit 
grossen Decken, auf denen die Zeichnung in weiss auf 
gelblichem Grunde ausgeführt ist. Seine Ornamente sind 
bedeutungslos; Thiere wie Vögel und Hirsche, sodann 
Landschaften, die hinzugefügt sind, erhöhen den künst 
lerischen Werth in keiner Weise. Andererseits ist diesem 
englischen Industriezweige nachzurühmen, dass er nicht 
wie die übrigen Länder mit Paradestücken der Technik 
aufgetreten, die um so weiter von ihrem Ziele sich 
entfernen, je mehr Anstrengung und Mühe sie ge 
kostet haben. 
Solche Paradestücke führt uns Frankreich vor 
Augen, daneben aber auch Versuche zu bedeutungs-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.