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MAK

Full text : Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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vollen  Neuerungen.  Die  Fabrik  von  Casse  et  Fils  in
Lille  zeichnet  sich  in  beiden  Richtungen  aus.  Einerseits ­
  sehen  wir  eine  ganze  Reihe  jener  technischen
Leistungen,  die  es  wohl  hauptsächlich  auf  Blendung
für  die  Ausstellungen  abgesehen  haben,  figürliche  Damastgewebe ­
  in  goldenen  Rahmen  gefasst  und  ausgespannt,
Genrescenen,  historische  und  allegorische  Bilder,  weisslich
  auf  ungebleichtem  grauen  Grunde,  da  man  sie
sonst  kaum  sehen  würde,  Arbeiten,  die  zu  gar  nichts
in  der  Welt  gut  sind,  die  als  Bilder  betrachtet  zu
schlecht  und  unvollkommen  sind,  um  irgend  Genuss
und  Befriedigung  zu  gewähren,  auf  dem  Tische  aber
nicht  gesehen  werden,  die  Wand  mit  ihrer  fahlen  Färbung ­
  nicht  decoriren  und  somit  in  keiner  Weise  den
Aufwand  lohnen,  den  ihre  Herstellung  erfordert.  Aber
dieselbe  Fabrik  hat  auch  eine  ganze  Reihe  Gewebe  ausgestellt, ­
  die  zum  wirklichen  Gebrauche  bestimmt  sind,
Decken,  Servietten,  Handtücher,  alle  mit  farbigen  Bordüren ­
  versehen,  in  Roth,  Gelb,  Blau  und  Violett,  die
zwar  in  der  ornamentalen  Zeichnung  kein  besonderes
Verdienst  zeigen,  als  Vorgang  aber  bedeutungsvoll  sind.
Fast  durchgreifender  noch  erscheinen  verschiedene
Versuche  deutscher  Fabrikanten,  die  aber,  unseren
deutschen  Hausfrauen  zu  Gefallen,  mehr  dahin  gehen,
die  Zeichnung  weiss  auf  weiss  zu  veredeln.  Wenn  das
rein  ornamental  oder  decorativ  geschieht,  sei  es  auch
mit  bescheidener  Figurenanwendung,  so  ist  das  für
dieses  Genre  immerhin  der  richtige  Weg.  Man  kann
aber  darin  zu  weit  gehen  und  wenn  man  figurenreiche, ­
  mythologische,  historische,  allegorische  Compo-
            
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