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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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versucht. Die ausgestellten Beispiele erscheinen im Effect 
vollkommen gelungen und zeigen zugleich eine Schwie 
rigkeit, welche in der Verdopplung der Farbe in den 
Ecken liegt, überwunden, allerdings in einer etwas 
mühsamen Technik, die wohl noch eine andere Lösung 
wünschenswerth erscheinen lässt. 
Mit Versuchen dieser Lösung in Roth und Blau 
hat sich auch eine österreichische Fabrik, die von Re 
genhart, beschäftigt. Leider sind die Beispiele, die, sehr 
hübsch in der Zeichnung, das Uebel wenigstens annä 
hernd aufheben, als zu spät fertig geworden, nicht auf 
der Ausstellung erschienen. Hier zeigt die Fabrik als 
Haupt- und Paradestück zahlreicher Gegenstände eben 
falls eine figürliche Weberei, das Heidenröslein nach 
Kaulbach, wohl das mühsamste und auch vollendetste 
Stück in seinem Genre auf der Ausstellung; nichts 
destoweniger fällt es derselben Verurtheilung anheim 
wie die ähnlichen französischen und deutschen Beispiele. 
Eine andere österreichische Fabrik, die von Ober- 
leithner, welche mit eben so sonderbarem wie anspruchs 
vollem Arrangement die höchsten Erwartungen und 
Anforderungen hervorruft, ohne sie durch ihre Leistun 
gen zu befriedigen, bringt uns einige schwache Para 
destücke, in keiner Weise aber sachgemässe Zeichnung 
oder irgend eine Neuerung in der Richtung der Zeit. 
Dagegen betritt die Fabrik von A. Küfferle mit Hülfe der 
Ideen von Storck entschieden neue Wege. Ein grosses, 
für den kaiserlichen Hof bestimmtes Tafeltuch, das wir 
schon auf der Ausstellung des österreichischen Museums 
bei der Eröffnung seines neuen Gebäudes sahen, ist
	        
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