XXXIX.
Spitzen.
Von den Versuchen, welche die Leinwand macht,
heute wieder zu einer gewissen farbigen Decoration
zurückzukehren, muss man bei den eigentlichen Spitzen
gänzlich absehen. Wir werden nur ähnliche Versuche
bei den Spitzenvorhängen finden. Wir erinnern uns
allerdings von der letzten Pariser Ausstellung her
grosser buntfarbiger Spitzenshawls, als wenn es auf
eine Imitation indischen Colorits abgesehen gewesen
wäre, auf der Wiener Ausstellung aber sind sie nicht
erschienen und daher wohl wieder verschwunden. Bei
dem, was man echte Spitze nennt, was durch die Hand
arbeit, durch das Klöppeln oder die Nadel entstanden,
handelt es sich entweder um weiss auf weiss oder schwarz
auf schwarz.
Es tritt dafür ein anderes Moment der Decoration
in Mitwirkung, da die Spitze eben durchsichtig ist: die
Unterlage nämlich, sei es nun der farbige Kleiderstoff,
sei es die menschliche Haut mit ihrer Weisse, mit ihrem
Glanz und Schimmer. Nicht wenig, ja sogar besonders
beruht hierauf der Reiz der Spitze, und es Hesse sich
wohl bei der Ornamentation darauf Bedacht nehmen.