MAK

Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

XXXIX. 
Spitzen. 
Von den Versuchen, welche die Leinwand macht, 
heute wieder zu einer gewissen farbigen Decoration 
zurückzukehren, muss man bei den eigentlichen Spitzen 
gänzlich absehen. Wir werden nur ähnliche Versuche 
bei den Spitzenvorhängen finden. Wir erinnern uns 
allerdings von der letzten Pariser Ausstellung her 
grosser buntfarbiger Spitzenshawls, als wenn es auf 
eine Imitation indischen Colorits abgesehen gewesen 
wäre, auf der Wiener Ausstellung aber sind sie nicht 
erschienen und daher wohl wieder verschwunden. Bei 
dem, was man echte Spitze nennt, was durch die Hand 
arbeit, durch das Klöppeln oder die Nadel entstanden, 
handelt es sich entweder um weiss auf weiss oder schwarz 
auf schwarz. 
Es tritt dafür ein anderes Moment der Decoration 
in Mitwirkung, da die Spitze eben durchsichtig ist: die 
Unterlage nämlich, sei es nun der farbige Kleiderstoff, 
sei es die menschliche Haut mit ihrer Weisse, mit ihrem 
Glanz und Schimmer. Nicht wenig, ja sogar besonders 
beruht hierauf der Reiz der Spitze, und es Hesse sich 
wohl bei der Ornamentation darauf Bedacht nehmen.
	        
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