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bei verschiedenen englischen, französischen und belgi
schen Ausstellern sehen, denn diese Spitzen, welche
noch etwas von dem gezähnten Rande bewahrt haben
und als Besatz dienen, sind mit ihren eingestreuten,
lahm gezeichneten Blumen künstlerisch werthlos. Wir
meinen damit jene weissen, gelblichen oder schwarzen
Spitzen, welche die Mode heute zahlreich als Besatz
der Kleider verwendet oder auch bei Bettzeug und
Vorhängen und sonst als Borten zu verwerthen weiss.
Mit ihren regelmässigen, sternförmigen Mustern, mit
ihren Zähnen und Zacken um den Rand zeigen sie
eine auffallende Annäherung an die alte Art, und die
Motive scheinen nicht selten den alten Musterbüchern
entnommen. Uebrigens ist uns ja auch die alte vene
zianische Spitze in zahlreichen Beispielen erhalten.
Man findet Hinneigung dazu in der Spitzenfabrikation
eines jeden Landes, insbesondere nennen wir aber d.e
französischen Fabrikanten Royane & Fils in Lyon und
Pergeron in Aupuy, so wie Marton in St. Pierre les
Calais. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird die Imitation
des Alten dabei nicht stehen bleiben.
In der Anwendung der Maschine, deren Zweck
und Princip die Wiederholung ist, liegt gewissermassen
schon die Regelmässigkeit gegeben und so hätte man
bei den Spitzenvorhängen, bei denen die Maschine die
Hauptrolle spielt, vor allem ein regelmässiges Muster
erwarten sollen. Es ist auch aus anderen Rücksichten
hier stilgerecht. Allein der französische Geschmack
und die Richtung der Mode haben gerade das Gegen-
theil hervorgerufen, und so sah man aut der Pariser