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Neben Louis XV. und XVI. ist bei den Franzosen
aber auch die Renaissance vertreten und zwar mehr
noch bei dieser Art des Mobiliars als bei den Sitzmöbeln.
Das ist in diesem Fall schon alter Brauch.
Französische Credenzen, Bücherkasten in Renaissance-Art
sind schon von allen Ausstellungen her berühmt
und der Stolz der französischen Ebenisterei. Sie fehlen
auch diesmal nicht, so wenig wie die alten Namen,
unter denen wohl Fourdinois seit der Pariser Ausstellung
von 1867 den ersten trägt. Vielleicht kann man
bei diesen Möbeln, wenn uns das Gedachtmss nicht
täuscht, eine Veränderung darin wahrnehmen, dass sie
schwächer in den Profilen, zarter und magerer in den
Gliedern geworden und nicht in gleichem Masse mit
geschnitztem Relief verziert sind. Wo solche Schnitzerei
vorhanden ist, da ist sie auch mit demselben, wenn
nicht noch verstärktem Raffinement behandelt, das
früher schon an diesen französischen Arbeiten verschiedentlich
getadelt worden. Dieses überaus fein gezeichnete
und modellirte Ornament wird als Metall etrachtet,
ciselirt, gefeilt, polirt oder wenigstens so abseglättet,
dass es ganz seinen Holzcharakter verliert.
Es ist auch hier wieder auf Fourdinois und neben ihm
Roudillon zu verweisen. Ersterer bringt unter Anderem
ein geschnitztes Tableau von allerdings wunderbarer
Vollendung und Feinheit. Als ein Beispiel von
französischer Renaissance mit abgeschwächten Gliedern
und Profilen führen wir eine geschnitzte Credenz bei
Guerre Freres an.