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MAK

Full text : Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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Gerade  in  dieser  Beziehung  bilden  die  italienischen
geschnitzten  Renaissance-Möbel  den  ausgesprochensten
Gegensatz  zu  den  französischen.  Sind  diese  fein,  geleckt, ­
  zart,  eingezogen  in  den  Profilen,  so  sind  jene
virtuos,  kräftig,  weit  vortretend  in  den  Gliedern,  als
echte  Holzarbeit  frei  und  breit  behandelt.  Sie  haben
ausserdem  noch  den  Vorzug,  dass  sie  sich  reich  mit
Figuren  schmücken,  ein  Schmuck,  der  in  der  französischen ­
  Ebenisterei  wie  auch  in  anderen  Zweigen,  z.  B.
der  Goldschmiedekunst,  mehr  und  mehr  zurücktritt.
Bei  den  italienischen  Möbeln  sind  die  Figuren  je  nach
dem  Stil  in  flacherem  Relief,  wie  bei  der  Frührenaissance, ­
  gehalten  oder  treten  selbst  ganz  frei  als
Karyatiden  heraus,  wie  bei  einem  Camin  von  den
Brüdern  Panciera-Besarel,  oder  halten  mehr  die  Mitte
im  Stil  der  Hoch-Renaissance,  wie  bei  den  Arbeiten
aus  der  Anstalt  von  M.  Guggenheim  in  Venedig.
Wo  es  bei  kleineren  Arbeiten,  z.  B.  bei  Rahmen,
auf  Feinheit  und  elegante  Durchführung  ankommt,
auch  da  behaupten  sich  die  italienischen  Arbeiten  (man
vergleiche  die  ausgezeichneten  Leistungen  von  Frullini),
ohne  das  geraspelte  und  polirte  Wesen  der  französischen ­
  Schnitzereien  anzunehmen;  die  italienischen  bleiben ­
  in  der  Behandlung  der  Oberfläche  immer  Holz.
Weniger  sind  wir  mit  den  italienischen  Marqueterien
einverstanden,  die  in  Zeichnung  des  Ornaments  und
der  Figuren  Manches  zu  wünschen  übrig  lassen;  nur
ein  grosses  Holzbild  mit  einem  figurenreichen  Triumphzug ­
  von  A.  Montenevi  in  Perugia  ist  in  seiner  Art  eine
ausgezeichnete  Leistung.
            
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