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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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nung ist eine zweite charakteristische Seite dieser Möbel 
sehr natürlich, die nämlich, dass sie äusserst flach in 
den Gliedern und Profilen sind. 
Dies gilt merkwürdiger Weise auch von einer 
zweiten, ganz anderen Art der englischen Möbel, welche 
zu diesem eleganten und superfeinen Genre einen 
Gegensatz bildet, wie anderswo die Renaissance zu 
Louis XVI. Auf den englischen Landsitzen hat die 
Gothik schon unser ganzes Jahrhundert hindurch eine 
Rolle auch in der inneren Einrichtung gespielt, Anfangs 
mit derselben architektonisch - schematischen Art, von 
der wir heute noch nicht ganz befreit sind. Später ist 
man darauf gekommen, das Wesen nicht in dem Stab- 
und Masswerk, in Fialen und durchbrochenen Bekrö 
nungen zu suchen, sondern in der naturwüchsigen 
Methode des Verfahrens, in dem Recht, das der Tech 
nik , der Construction, dem Material auch nach der 
ornamentalen Seite hin in der Kunst des Mittelalters 
zu Theil wird, und dabei entnahm man die Motive 
und Lehren eben so wohl dem normannisch-romanischen 
wie dem gothischen Stil. Es lässt sich dagegen auch 
an sich gar nichts sagen, wenn man hierauf die deco- 
rative Kunst zu gründen trachtet, wie es von verschie 
denen englischen Architekten nicht ohne Beifall und 
Nachfolge geschieht, nur leidet das, was wir heute als 
die künstlerischen Resultate sehen, so viel Gutes auch 
darunter ist, noch zu sehr an einer gewissen Trocken 
heit, Nüchternheit und Phantasielosigkeit, somit vor 
allem an Mangel an Reiz. Darüber lassen uns die
	        
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