407 -
ziemlich zahlreich ausgestellten Gegenstände, z. B.
eine grosse Credenz bei Cooper & Holt oder eine
ganze Schlafzimmereinrichtung bei Jackson & Graham,
nicht in Zweifel. Den starren Arbeiten mehr Anmuth
zu geben, versucht man es mit Farben in den tief
geschnittenen Ornamenten oder mit Einlagen und Ein
sätzen kleinerer Bildchen in mittelalterlicher Art, wie
an der erwähnten Credenz, oder von gemalten Fliesen,
wie bei Morant, Boyd & Blanfort. Dieses letztere Lon
doner Decorationshaus nähert sich mit seiner Ausstellung
noch am meisten der eigentlichen Renaissance.
Am entschiedensten in der Renaissance vorge
schritten sind auch bei diesen Möbeln Deutschland und
Oesterreich. Die Möbelausstellung Deutschlands ist
darin sogar noch einmüthiger als die Oesterreichs, nur
leidet sie, wie das schon früher bemerkt worden, an
einem gewissen Schematismus und daher an Trocken
heit. Ein volleres, freieres Reliefornament in Verbin
dung mit figürlichem Schmuck würde ihr mannigfach
gutthun. Indessen auch so wie sie ist, haben wir die
deutsche Möbelausstellung als einen höchst erfreulichen
Fortschritt, als einen grossen Schritt auf dem Wege
der Selbstständigkeit zu bezeichnen.
Mehr Freiheit, mehr Beweglichkeit, mehr Phan
tasie und darum auch entschieden mehr Reiz haben
die österreichischen Renaissance-Möbel; andererseits aber
zeigen sie auch mehr Willkür und in Folge dessen auch
zahlreich verfehlte Gegenstände. Die Fabrikanten, Tisch
ler, Tapezierer, die uns Renaissance-Möbel vorführen,