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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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Kunstarbeit verschiedener Epochen und Völker hier das 
eine Genre von Gegenständen, dort das andere mit 
grösserer Vollkommenheit und grösserer Annäherung 
an jenes Ideal, wo Zweck und Form sich decken, 
herausgearbeitet worden ist, wie z. B. im Alterthum 
und im 16. Jahrhundert bei Thon- und Glasgefässen, 
im 16. und 17. Jahrhundert bei den Möbeln, wie 
z. B. bei den orientalischen Völkerschaften die farbigen 
Flächenornamente. Indem diese Dinge sich selber ent 
sprechen, ihrem Zweck, ihrem Material, und mit ihrer 
Bestimmung in Harmonie sind, werden sie es auch 
wohl unter einander sein. 
So ist es vorzugsweise der Orient, welcher zur 
Heilung für den heute verkommenen Farbensinn auf 
gerufen worden ist. Der Orient kennt in seiner Kunst 
fast nur das Flächenornament und die Farbe, hat bei 
des aber in so vollkommener mustergiltiger Weise 
dürchgebildet, dass wir in dieser Beziehung keinen 
besseren Lehrer finden können. Es ist daher auch der 
Orient von jeder Weltausstellung zur ‘andern in der 
Schätzung gestiegen, und während man ihn auf der 
ersten nur als Curiosifät anstaunte, ist er heute drauf 
und dran, das ganze Gebiet der Teppiche, Decken, 
Vorhänge und ihresgleichen künstlerisch umzuschaffen 
und unsern Farbengeschmack zu reformiren. Es voll 
zieht sich auch in dieser Beziehung heute ein Um- 
wandlungsprocess, gerade wie in Bezug auf die Form und 
das Ornament. Wir kehren von der grauen Negation 
der Farben einerseits und den grellen, bunten und 
harten Gegensätzen andererseits zu gesunderen colori- 
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