MAK

Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

das von dem Verfasser selbst für ungenügend erachtete 
Programm vollständig befriedigend, versendete es als 
definitiv in alle Welt und überliess damit die Sache 
ihrem Schicksal aufs Gerathewohl. Von Wien aus ist 
in dieser Angelegenheit weiter nichts geschehen. 
Sehen wir nun, was nach dem Programme beab 
sichtigt war, wie die Sache ausserhalb Wiens an den 
Sitzen der nationalen Hausindustrie aufgefasst worden 
und was uns davon die Ausstellung selbst vor Augen 
stellt. 
Der Begriff der nationalen Hausindustrie als neuer 
Begriff und neue Bezeichnung bedarf der Erläuterung. 
Das Programm legt den Nachdruck auf den Beisatz 
»national« als den vor allem massgebenden und ent 
scheidenden. Die nationale Hausindustrie umfasst die 
jenigen Gegenstände, welche im Gegensätze gegen die 
Mode und die moderne Industrie vom Volke selbst für 
den eigenen Gebrauch mit nationalen, auf alter Tra 
dition, altem Herkommen beruhenden Eigenthümlich- 
keiten geschaffen werden. 
Die Unterscheidung von der modernen Industrie 
— und in dieser Beziehung ist das Programm voll 
ständig klar und bestimmt — liegt also nicht darin, 
dass die einen Gegenstände im Fabriksgebäude, die 
anderen aber als sogenannte Hausindustrie im Hause 
gemacht werden. Nichtsdestoweniger hat der officielle 
Generalkatalog unter seiner Gruppe XXIII beide 
Arten völlig durch einander geworfen, indem sein 
Verfasser den entscheidenden Beisatz gänzlich über 
sah ; dadurch war die Jury dieser Gruppe in nicht
	        
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