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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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geringe Verlegenheit gesetzt worden. In Bezug auf den 
Umfang und die Art der Gegenstände ist das Programm 
umfassend und bezeichnet nur einige Kategorien, ins 
besondere die textilen Arbeiten, welche als die wich 
tigsten ins Auge zu fassen waren. Das Programm fügt 
allerdings einen beschränkenden Gesichtspunkt hinzu, 
um aus der Menge des Unbedeutenden und Nichtssa 
genden diejenigen Gegenstände herauszuscheiden, welche 
in der That Bedeutung haben. Diese Bedeutung liegt 
dann, dass sie in Form und Verzierung eine Fülle 
schöner, eigenthümlicher und in den meisten Fällen 
lehrreicher Kunstmotive bergen, welche für die moderne 
Industrie, für die Reform des modernen Geschmacks 
von ausserordentlichem Werthe sein können. 
Auf sie aufmerksam zu machen, ist aber um so 
mehr an der Zeit, als diese Arbeiten wie die Costüme 
vor der Mode und der modernen Industrie in schnellem 
Untergange begriffen sind. Retten, vor dem Verschwin 
den bewahren können wir sie nicht mehr, aber wir 
können das Gute, was sie haben, uns noch dienstbar 
machen. Dieser künstlerische Gesichtspunkt ist daher 
derjenige des Programms. Der Katalog hat auch ihn 
übersehen. Einen anderen Fehler hat die Leitung der 
Weltausstellung in der Zusammensetzung der Jury 
gemacht, indem sie einen .grossen Theil der Mitglieder 
entweder von dort nahm, wo es keine nationale Haus 
industrie gibt, oder aus dem Orient, dessen Industrie 
aus der Gruppe XXIII herausfällt, weil sich hier der 
Gegensatz des Modernen nicht findet. Die Japanesen 
protestirten daher mit vollem Rechte und program-
	        
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