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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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ernen hochnothpeinlichen Angststrick, der davor gezogen, 
dem Publicum in solcher Ferne gehalten, dass ein 
Studium unmöglich und nur eine Befriedigung laien 
hafter Neugierde gestattet ist. Sonst würden wir viel 
leicht von schönen, classisch schönen Arbeiten, wie den 
in Schwarz und Gelb gestickten, bei der Trauung ge 
tragenen Schleierschleppen (velum) der Hanakinnen 
zu erzählen haben. In der Abtheilung der Frauen 
arbeiten sind sie besser zu betrachten. Bei den Gegen 
ständen aus Dalmatien und Galizien sind wir in der 
Betrachtung ungehindert. Die Figuren erregen auch 
hier das Hauptinteresse, doch ist es durch künstliche 
Scenerie nicht abgelenkt. Die Aufstellung ist mit Um 
sicht nach den Bezirken erfolgt. Fällt das Costümliche 
zunächst in die Augen, so haben wir doch auch an 
derer Dinge zu gedenken, z. B. bei den Galizianern 
der wundervollen Decken und bei den Dalmatinern des 
mannigfachen und originellen Schmuckes aus vergol 
detem Silber und der reich ornamentirten Waffen. 
Ueberfliegen wir nun mit einem Blick dieGesammt- 
heit der Gegenstände, mit denen die nationale Haus 
industrie auf der Ausstellung vertreten ist, so müssen 
wir wohl gestehen, dass sie keineswegs in der Voll 
ständigkeit vorhanden sind, wie es sich für eine Uni 
versalausstellung geziemt hätte, und dass andererseits, 
wie so vielfach, die lehrreichen, ernsten Gesichtspunk te 
über Schein und laienhafte Neugierde aus den Augen 
verloren sind. Nichtsdestoweniger, wenn wir uns im 
Drange nach Belehrung die Mühe des Aufsuchens und 
der Vergleichung unter so widerstrebenden Hinder-
	        
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