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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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brunnen in der Rotunde, wie der mythologisch-plastische 
blachspavillon, wie das grosse Mosaikgemälde von Zünd 
hölzchenköpfen, wie die Löftelarchitectur einer Silber- 
waarenfabrik, wie die Denkmäler und die Pyramidal 
bauten der Stearinfabriken, das alles ist ästhetischer 
Humbug, der durch fremdartige Dinge die Augen auf 
ein unscheinbares Fabrikat hinlenken soll, ein Humbug, 
dei sich in der Idee nicht über Barnum und Consorten, 
nicht über die Ankündigungen von Kunstreitern, Rie 
senschlangen, Meerwundern, Missgeburten und der 
gleichen erhebt. 
Anders steht nun die Sache mit dem Publicum 
auch nicht. Das Publicum ist ohne Frage aufmerksam 
geworden auf die Dinge der Kunstindustrie und nimmt 
regen lheil an dieser Bewegung, die ja ohne seinen 
Antheil auc h gar n i c ht möglich wäre; zum Theil ist es 
bereits kritisch, zum Theil steht es noch auf dem 
Standpunkt der Bewunderung, der ja nach Goethe der 
Anfang zum Kunstverständniss ist; zum anderen und 
sehr grossen Theil aber bewegt es sich noch völlig in er 
erbten Traditionen und ererbten Vorurtheilen und ist 
schwer daraus emporzuscheuchen. Letzteres gilt ins 
besondere von unseren Damen, nicht in Bezug auf ihre 
Kritik über das, was andere schäften, sondern was sie 
selber arbeiten. Unseren Damen ist der Geschmack an 
geboren, folglich sind ihre Arbeiten geschmackvoll. 
Unglücklicher Weise sind nun aber die Damen 
und mit ihnen, da sie ja den Geschmack vertreten, das 
ganze Publicum selbst Aussteller geworden, und müssen 
also auch die Kritik über sich ergehen lassen. Es war
	        
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