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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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ein guter Gedanke Eitelbergers, in der Weltausstellung 
einmal die Arbeiten der weiblichen Hand, insbesondere 
der Dilettantinnen und der weiblichen Schulen, vor die 
Oeffentlichkeit und die öffentliche Kritik zu bringen. 
War es auch vorauszusehen, dass der Anblick dieser 
Specialausstellung nicht gerade ein Überaus glänzender 
sein werde, so musste sie doch nothwendig zur Selbst- 
erkenntniss führen; sie musste die Lücken, Fehler, Irr- 
thümer, die falschen Richtungen zeigen und machte 
dadurch die Besserung möglich. Schon das kann als 
genügendes Resultat gelten. 
Der Gedanke dieser Ausstellung bezog sich ur 
sprünglich nur auf Oesterreich, aber da sich draussen 
ähnliche Ideen und Bestrebungen regen, so fand er 
vielfach Beifall. Es sind in Folge dessen höchst in 
teressante Collectionen von Damenarbeiten eingesendet 
worden, unter denen wir besonders die schwedischen 
und die dänischen zu nennen haben. Fügen wir nun 
hinzu, was die Fabriken und Kaufgeschäfte uns an 
Mustern, Zeichnungen, Vorlagen, die für das Haus und 
die häusliche Arbeit bestimmt sind, vorführen, so 
können wir uns von dem populären Geschmack in diese 
Richtung so ziemlich einen Begriff machen. 
Wir haben gelegentlich bemerkt, dass die In 
dustrie im Geschmack heute dem Publicum voraus ist; 
zum Theil ist das bei den weiblichen Arbeiten um 
gekehrt. Auf dem kirchlichen Gebiete freilich, wo sich 
die Stickerei fast allein zu einer wahren Kunst erhebt, 
vermag die Hand der Dilettantin in keiner Weise den 
Arbeiten der Fabriken oder der berufenen Kunst-
	        
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