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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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die noch ganz auf dem französischen Standpunkt von 
1867 steht, eine Ausnahme: eine mit Pfeilern abge- 
theilte Wand, dazwischen landschaftliche Felder, grosse 
Blumenvasen davor, und von oben herab, von einem 
architektonischen Gesims, zarte Gehänge, alles in duf 
tigen Farben und grauer Stimmung gehalten. 
Auch die englischen Decorateure haben ganze 
Decorationen ausgestellt, die wenigstens auch bei ihnen 
den Uebergang von den grauen Farben und den zer 
streuten naturalistischen Blumen zu tieferer Färbung 
und stilisirter Zeichnung erkennen lassen, nur haben 
sie diese Zimmermodelle als Ausstellungsräume für 
verschiedenartiges Mobiliar benützt und damit den 
harmonischen Eindruck gestört. 
So sind auch die deutschen Versuche dieser 
Alt, zum Beispiel die Renaissancezimmer, durch die 
Ueberfülle der Gegenstände in ihnen und neben ihnen 
in ihrer Wirkung beeinträchtigt. Consequenter haben 
es die Wiener Tapezierer gemacht, die in abgeschlos 
sener Collectivausstellung uns eine Reihe vollständig 
eingerichteter Zimmer vorführen. Darunter giebt es nun 
allerdings auch Seltsamkeiten, wie zum Beispiel einen 
im Tapeziergeschmack auf das eleganteste in Rosa, 
Blau und Grau gehaltenen Salon von S. Jaray, der 
sogar die Wände dick in Rosa-Atlas tapeziert , weich 
in Sopha-Art, wie ein Schutzmittel für die Köpfe, ob 
wohl es unseres Wissens nicht Sitte ist, im Salon mit 
den Köpfen gegen die Wand zu rennen; am Plafond 
fehlen nicht der blaue Himmel und die rosenstreuenden 
Kinder und auf dem Fussboden liegt ein grauer Teppich
	        
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