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MAK

Full text : Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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Wenn  es  daneben  andere  Gegenstände  gibt,  die  ausdrücklich, ­
  wie  es  in  den  Beischriften  heisst,  in  ägyptischem, ­
  assyrischem,  griechischem  oder  neugriechischem,
auch  amerikanischem  Stile  (der  uns  unbekannt  ist)  gehalten ­
  sind,  so  ist  das  ja  auch  nur  Sache  der  heutigen,
der  französischen,  überall  herumsuchenden  Mode.
Ebenso  ist  es  mit  einem  anderen  in  der  Schweizer
Industrie  reich  vertretenen  Artikel,  mit  den  Maschinenspitzen ­
  und  Spitzenvorhängen.  Auch  hier  folgt  die
Schweiz  der  Mode;  weil  sie  aber  der  Mode  folgt,  so
lässt  sich  hier  ein  Hauch  des  Zeitgeistes,  eben  der  Geschmacksreform, ­
  bereits  verspüren.  Zwar  die  Fenstervorhänge ­
  mit  grösseren  Mustern  zeigen  noch  viel  vom
alten  Naturalismus,  wenn  auch  in  gemässigter  Gestalt:
von  jenen  Landschaften,  Gärten  und  Häusern,  tropischen ­
  Wäldern,  die  noch  auf  der  Ausstellung  von  1867
als  Triumph  der  Fabrikation  und  als  Zeugniss  der  Geschmacklosigkeit ­
  galten,  ist  nichts  mehr  zu  erblicken.
Aber  die  eigentlichen  Spitzen,  der  Besatz,  die  Kanten
zeigen  durchweg  regelmässige  Muster  und  halten  auf
eine  gewisse,  bestimmte  Zeichnung.  Man  erkennt  aber,
dass  den  Schweizern  die  alten  Venezianer  Muster  fehlen, ­
  die  in  England  und  Frankreich  bereits  vielfach  als
Vorbild  dienen.  Die  Schweizer  könnten  sich  aus  dem
Sibmacher  und  anderen  alten  Musterbüchern  Raths
erholen,  wie  sie  auf  demselben  Wege,  auf  dem  sie  sich
jetzt  befinden,  ihren  Arbeiten  mehr  Reiz  zu  verleihen
vermöchten.
Eine  Specialität  zeigt  doch  die  Schweizer  Industrie, ­
  keine  nationale  freilich,  aber  doch  eine  Eigen-
            
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