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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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den Weltmarkt, seine Kunst den Geschmack beherrschte. 
Noch die Porzellane von Haag und Amsterdam aus 
dem 18. Jahrhundert sind heute gesuchte und geschätzte 
Gegenstände. 
Wohin ist Holland heute gekommen mit seiner 
Industrie? Wo sehen wir in seiner Abtheilung auf un 
serer Weltausstellung die Rivalen der ehemals zahlrei 
chen und kunstfertigen Faiencefabrikanten von Delft 
und anderen Orten? Wo die Nachfolger jener Gold 
schmiede, Bildschnitzer und Möbeltischler? Es scheint, 
Mynheer ist wohl ein guter Rechenmeister geblieben, 
aber die Rührigkeit, die Lust, künstlerisch zu schaffen 
und zu arbeiten, sind ihm abhanden gekommen. 
Wollen wir wissen, was Mynheer heute am mei 
sten schätzt, so brauchen wir nur in seiner Ausstellung 
den Gegenstand aufzusuchen, dem er den bevorzugten 
Platz angewiesen und dem er den grössten ornamen 
talen Aufwand hat angedeihen lassen. Da fällt unser 
Blick recht in der Mitte auf ein grosses pyramidales 
Monument, an dessen marmornem Russe vier geflügelte 
Löwen Wache halten, während die Spitze von einer 
weiblichen Figur mit einer Kanne in der einen und 
einem Becher in der andern Hand gekrönt wird. Und 
dieser ganze, alles überragende monumentale Bau ist 
kunstreich aus Flaschen und steinernen Krügen zusam 
mengesetzt, welche die Aufschriften: Ginevre, Creme 
de Cacao, Creme de Mocca, und andere edle Namen 
aus solchen patrizischen Geschlechtern tragen. Man 
sieht, der Holländer hat noch Geschmack, wenn nicht 
den der Ostade, Brouwer, Craesbeke, Molenaer, so doch 
Falke, Kunstindustrie. 4
	        
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