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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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grosserem und kleinerem Silbergeräth in die Augen, 
zumeist für Tisch und Tafel bestimmt, Tafelaufsätze, 
Vasen, Schalen, Theekannen, Dosen und was dahin 
gehört. Diese Gegenstände zeigen in ihren verschiedenen 
Formen und ihrem ungleichen ästhetischen Werth ganz 
den Charakter unserer Uebergangsperiode. Einiges klei 
nere Geräth (in dem Kasten von Boonebakker) ist sehr 
reizend in Form und Arbeit; anderes ist vom Rococo 
beherrscht, anderes, namentlich die Gefässe von grös 
seren Dimensionen, ist durch naturalistisches Ornament 
entstellt, das seine Contouren verdeckt. Im Kasten von 
van Kempen erregt die Aufmerksamkeit ein grosses 
Ehrengeschenk, das doch die Bedeutung eines Tafel 
aufsatzes haben soll. Es ist ein vollkommenes Monu 
ment in aller Form Rechtens, mit Seitenfiguren und 
krönender Figur auf der Höhe, mit architektonischem 
Postament und Aufbau und doch auf einer Art Schale 
mit drei leichten, gebogenen Rococofüssen ruhend. 
Schon hierin liegt der Irrthum angedeutet, der mit 
solcher Composition begangen ist. Ein Ehrengeschenk 
in edlem Metall ist kein Monument, so wenig wie ein 
Tafelaufsatz es ist, und ein Monument, in Miniatur 
ausgeführt, hört auf monumental zu sein. Wir werden 
noch Gelegenheit haben, auf diesen heute so oft began 
genen Fehler wie auf die Gestaltung der Tafelaufsätze 
zurückzukomm en. 
Schon unter diesem Silbergeräth sehen wir einige 
Gegenstände, die uns an die alte Verbindung Hollands 
mit Ost-Asien erinnern, einiges japanische Porzellan- 
geräth mit Silbermontirung, unserem Gebrauche gerecht 
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