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grosserem und kleinerem Silbergeräth in die Augen,
zumeist für Tisch und Tafel bestimmt, Tafelaufsätze,
Vasen, Schalen, Theekannen, Dosen und was dahin
gehört. Diese Gegenstände zeigen in ihren verschiedenen
Formen und ihrem ungleichen ästhetischen Werth ganz
den Charakter unserer Uebergangsperiode. Einiges klei
nere Geräth (in dem Kasten von Boonebakker) ist sehr
reizend in Form und Arbeit; anderes ist vom Rococo
beherrscht, anderes, namentlich die Gefässe von grös
seren Dimensionen, ist durch naturalistisches Ornament
entstellt, das seine Contouren verdeckt. Im Kasten von
van Kempen erregt die Aufmerksamkeit ein grosses
Ehrengeschenk, das doch die Bedeutung eines Tafel
aufsatzes haben soll. Es ist ein vollkommenes Monu
ment in aller Form Rechtens, mit Seitenfiguren und
krönender Figur auf der Höhe, mit architektonischem
Postament und Aufbau und doch auf einer Art Schale
mit drei leichten, gebogenen Rococofüssen ruhend.
Schon hierin liegt der Irrthum angedeutet, der mit
solcher Composition begangen ist. Ein Ehrengeschenk
in edlem Metall ist kein Monument, so wenig wie ein
Tafelaufsatz es ist, und ein Monument, in Miniatur
ausgeführt, hört auf monumental zu sein. Wir werden
noch Gelegenheit haben, auf diesen heute so oft began
genen Fehler wie auf die Gestaltung der Tafelaufsätze
zurückzukomm en.
Schon unter diesem Silbergeräth sehen wir einige
Gegenstände, die uns an die alte Verbindung Hollands
mit Ost-Asien erinnern, einiges japanische Porzellan-
geräth mit Silbermontirung, unserem Gebrauche gerecht
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