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Man erkennt an allen Arbeiten sofort eine grosse
Verwandtschaft mit der indischen Kunst und findet zu
gleich einen charakteristischen Unterschied in der Or-
namentätion. Der Indier verwendet die Blume in einer
allerdings regelmässigen, aber unserem modernen,
noch mehr naturalistischen Gefühl so nahe stehenden
Weise, dass diese Art Stilisirung, wie sie der indische
Künstler übt, von uns sofort adoptirt werden könnte,
ohne unserem Geschmack Zwang anzuthun. Der Ma-
laye dagegen, der es mit seiner Ornamentation sehr
ähnlich macht, gibt ihr trotzdem einen so absonder
lichen Charakter, zumal mit Hinzufügung von Götzen
bildern und Fratzen, dass der Barbar überall noch in
die Augen springt.
Unter den Geweben gleichen die rothseidenen, mit
Goldfäden in leichten Mustern durchschossenen Stoffe
am meisten der indischen Art, doch stehen sie an
prächtiger, glänzender Wirkung weit hinter ihnen zu
rück. Eine Eigenthümlichkeit javanischer Gewebe, die
unseres Wissens noch niemals so reich vertreten war,
sind die sogenannten batikktirten Stoffe, Baumwoll-
gewebe, bei denen die Verzierung in eigenthümlicher
Art hergestellt ist. Man bestreicht den Stoff nach dem
Muster, das man ihm geben will, mit flüssigem Wachs,
und wenn dieses getrocknet ist, taucht man ihn in den
Farbenkessel. Die Farbe haftet dort, wo kein Wachs
ist, und nachdem dieses durch Schmelzung wieder auf
gelöst und hinweggebracht ist, bleibt der Stoff farbig
und gemustert zurück. Will man mehrere Farben ver
wenden, so muss man den Process wiederholen. Man