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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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Man erkennt an allen Arbeiten sofort eine grosse 
Verwandtschaft mit der indischen Kunst und findet zu 
gleich einen charakteristischen Unterschied in der Or- 
namentätion. Der Indier verwendet die Blume in einer 
allerdings regelmässigen, aber unserem modernen, 
noch mehr naturalistischen Gefühl so nahe stehenden 
Weise, dass diese Art Stilisirung, wie sie der indische 
Künstler übt, von uns sofort adoptirt werden könnte, 
ohne unserem Geschmack Zwang anzuthun. Der Ma- 
laye dagegen, der es mit seiner Ornamentation sehr 
ähnlich macht, gibt ihr trotzdem einen so absonder 
lichen Charakter, zumal mit Hinzufügung von Götzen 
bildern und Fratzen, dass der Barbar überall noch in 
die Augen springt. 
Unter den Geweben gleichen die rothseidenen, mit 
Goldfäden in leichten Mustern durchschossenen Stoffe 
am meisten der indischen Art, doch stehen sie an 
prächtiger, glänzender Wirkung weit hinter ihnen zu 
rück. Eine Eigenthümlichkeit javanischer Gewebe, die 
unseres Wissens noch niemals so reich vertreten war, 
sind die sogenannten batikktirten Stoffe, Baumwoll- 
gewebe, bei denen die Verzierung in eigenthümlicher 
Art hergestellt ist. Man bestreicht den Stoff nach dem 
Muster, das man ihm geben will, mit flüssigem Wachs, 
und wenn dieses getrocknet ist, taucht man ihn in den 
Farbenkessel. Die Farbe haftet dort, wo kein Wachs 
ist, und nachdem dieses durch Schmelzung wieder auf 
gelöst und hinweggebracht ist, bleibt der Stoff farbig 
und gemustert zurück. Will man mehrere Farben ver 
wenden, so muss man den Process wiederholen. Man
	        
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