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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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sieht, das Verfahren ist einigermassen mühsam und 
kostbar, und das Resultat steht dazu in keinem Ver- 
hältniss. Obwohl diese Stoffe auch von vornehmeren 
Personen getragen werden, ist ihr Anblick doch eher 
trübe und trist, als farbig und glänzend. 
Die bedeutendsten Gegenstände der malayischen 
Fabricate sind wohl die Waffen und unter ihnen wie 
der der berühmte Kriss, eine Art geflammter Dolch mit 
meist reicher Handhabe und verzierter Scheide. Die 
Klinge ist häufig mit Goldtauschirung verziert und die 
Scheide von Silber mit getriebenen Ornamenten. Auch 
diese Arbeiten, so reich die ausgestellten Exemplare 
sind, stehen doch an Schönheit hinter ähnlichen Arbei 
ten Indiens zurück. Nur zwei oder drei Stücke (gerade 
inmitten des westlichen Kastens), Eigenthum der zoo 
logischen Gesellschaft, eines davon mit durchbrochenem 
Ornament, sind von grosser Schönheit der Arbeit und 
zum Theil auch der Zeichnung. 
An diese Waffen der Malayen und Javaner schlies- 
sen sich die kleinen Schmuckarbeiten an, auch diese 
alle von minderer Vollendung und barockerer Form 
als die indischen, obwohl einzelne Filigrangegenstände, 
zum Beispiel eine Goldbroche, von aussergewöhnlicher 
Feinheit sind. Wie diese Arbeiten hinter den indischen, 
so stehen die Lackarbeiten hinter den japanischen bei 
weitem zurück und sind überhaupt unbedeutend, da 
gegen bieten die Korb-, Matten- und Deckengeflechte 
mit sehr schönen und mannigfaltigen Sternornamenten 
in Roth auf weissem Grunde ein erhöhtes Interesse, 
sind eben so stilvoll und noch feiner als die portugie-
	        
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