— 43 —
sieht, das Verfahren ist einigermassen mühsam und
kostbar, und das Resultat steht dazu in keinem Ver-
hältniss. Obwohl diese Stoffe auch von vornehmeren
Personen getragen werden, ist ihr Anblick doch eher
trübe und trist, als farbig und glänzend.
Die bedeutendsten Gegenstände der malayischen
Fabricate sind wohl die Waffen und unter ihnen wie
der der berühmte Kriss, eine Art geflammter Dolch mit
meist reicher Handhabe und verzierter Scheide. Die
Klinge ist häufig mit Goldtauschirung verziert und die
Scheide von Silber mit getriebenen Ornamenten. Auch
diese Arbeiten, so reich die ausgestellten Exemplare
sind, stehen doch an Schönheit hinter ähnlichen Arbei
ten Indiens zurück. Nur zwei oder drei Stücke (gerade
inmitten des westlichen Kastens), Eigenthum der zoo
logischen Gesellschaft, eines davon mit durchbrochenem
Ornament, sind von grosser Schönheit der Arbeit und
zum Theil auch der Zeichnung.
An diese Waffen der Malayen und Javaner schlies-
sen sich die kleinen Schmuckarbeiten an, auch diese
alle von minderer Vollendung und barockerer Form
als die indischen, obwohl einzelne Filigrangegenstände,
zum Beispiel eine Goldbroche, von aussergewöhnlicher
Feinheit sind. Wie diese Arbeiten hinter den indischen,
so stehen die Lackarbeiten hinter den japanischen bei
weitem zurück und sind überhaupt unbedeutend, da
gegen bieten die Korb-, Matten- und Deckengeflechte
mit sehr schönen und mannigfaltigen Sternornamenten
in Roth auf weissem Grunde ein erhöhtes Interesse,
sind eben so stilvoll und noch feiner als die portugie-