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MAK

Full text : Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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derjenige  Zweig  der  Kunstindustrie,  welcher  heute  für
Belgien  der  eigenthümlichste  ist  und  der  noch  am  meisten ­
  seine  Gegenwart  an  die  Vergangenheit  knüpft,  die
Spitzenfabrication,  er  ist  nicht  originell  in  Bezug  auf
die  \erzierung,  in  Bezug  auf  die  künstlerische  Seite.
Wenn  wir  die  belgische  Abtheilung  übersichtlich
betrachten,  so  will  es  uns  scheinen,  als  ob  jene  zu
Paris  im  Jahre  1867  bei  weitem  vollständiger  und  reichhaltiger ­
  gewesen  wäre,  d.  h.  natürlich  in  Bezug  auf  die
Gegenstände,  die  hier  in  unserem  Bericht  in  Rede
stehen.  Viele  Zweige  sind  wohl  vertreten,  aber  vereinzelt, ­
  andere,  die  uns  von  Paris  her  in  Erinnerung
sind,  z.  B.  seine  imitirten  Ledertapeten  und  seine  kirchliche ­
  Goldschmiedekunst,  scheinen  gänzlich  zu  fehlen
oder  sollen  vielleicht  noch  kommen.
Vertreten  sind  die  berühmten  Brüsseler  Teppiche,
aber  so  sehr  wir  mit  Vergnügen  wahrnehmen,  dass  die
naturalistische  Blumenpracht  fast  gänzlich  gewichen  und
orientalische  und  stilisirte  Motive  an  ihre  Stelle  gekommen ­
  sind,  so  haben  wir  doch  kein  Stück  darunter  finden ­
  können,  das  sich  durch  besondere  Schönheit  oder
ungewöhnlichen  Geschmack  auszeichnet.  Dagegen  ist
eine  Anzahl  Tapetenmuster  (von  Lhoest  in  Lüttich),
welche  diesen  Industriezweig  allerdings  nur  vereinzelt
vertreten,  von  grosser  Schönheit  in  Zeichnung  und  Colorit.
  Sie  sind  sämmtlich  stilisirt,  fast  alle  in  dunkler
Färbung  und  erfüllen  vortrefflich  ihre  Bestimmung,
einen  verzierten  und  doch  ruhigen  Hintergrund  zu  bilden. ­
  Auch  sieht  man  schöne  geschnitzte  Möbel  im
Stil  der  Renaissance,  desgleichen  eine  mit  verschieden-
            
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