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Die dänische Abtheilung liegt ein wenig versteckt
in einem der überdeckten Höfe hinter den Niederlan
den, gemäss der programmmässig vorgeschriebenen geo
graphischen Anordnung. Wenn man die enge Pforte
und rechts ein Stück von Belgien, links von Holland
passirt hat, so kommt man nach Dänemark. Man kann
nicht besser und würdiger empfangen werden. Ein
grosses Bogenportal von edelster Wirkung, geschmückt
mit Werken Thorwaldsens (nach einem Entwurf von
Hansen) lässt uns eintreten und wir werfen den ersten
Blick auf einen reichgefüllten Kasten mit Silberarbeiten
und Goldschmuck. Nehmen wir ein paar Schmuckgegen
stände aus, welche mit Hemdknöpfen in Hufeisenform
mit riemenumschlungenen Medaillons den Einfluss mo
discher Geschmacklosigkeiten nicht verläugnen, so zeigen
diese Arbeiten von Christesen in Kopenhagen durchweg
in Form und Verzierung ein gesundes und edles Stre
ben. Es sind grosse Schalen dabei, Kannen, Krüge,
die, wenn nicht alle gelungen, doch sämmtlich von einer
guten Richtung Zeugniss ablegen. Ueberall ist Werth
auf Form und Contour gelegt und der Naturalismus,
der anderswo so viele Arbeiten entstellt, gänzlich ver
mieden. Die kleineren Schmuckgegenstände sind, mit
Ausnahme der erwähnten Geschmacklosigkeiten, im All
gemeinen vortrefflich. Von guten Formen, gewöhnlich
mit Filigran verziert, nach antiken Mustern gehalten,
lassen auch sie die Nachwirkung der Richtung und
Schule Thorwaldsens erkennen. Einige Filigranarbeiten
zeigen auch nordische Muster, wie denn das Filigran