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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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Die dänische Abtheilung liegt ein wenig versteckt 
in einem der überdeckten Höfe hinter den Niederlan 
den, gemäss der programmmässig vorgeschriebenen geo 
graphischen Anordnung. Wenn man die enge Pforte 
und rechts ein Stück von Belgien, links von Holland 
passirt hat, so kommt man nach Dänemark. Man kann 
nicht besser und würdiger empfangen werden. Ein 
grosses Bogenportal von edelster Wirkung, geschmückt 
mit Werken Thorwaldsens (nach einem Entwurf von 
Hansen) lässt uns eintreten und wir werfen den ersten 
Blick auf einen reichgefüllten Kasten mit Silberarbeiten 
und Goldschmuck. Nehmen wir ein paar Schmuckgegen 
stände aus, welche mit Hemdknöpfen in Hufeisenform 
mit riemenumschlungenen Medaillons den Einfluss mo 
discher Geschmacklosigkeiten nicht verläugnen, so zeigen 
diese Arbeiten von Christesen in Kopenhagen durchweg 
in Form und Verzierung ein gesundes und edles Stre 
ben. Es sind grosse Schalen dabei, Kannen, Krüge, 
die, wenn nicht alle gelungen, doch sämmtlich von einer 
guten Richtung Zeugniss ablegen. Ueberall ist Werth 
auf Form und Contour gelegt und der Naturalismus, 
der anderswo so viele Arbeiten entstellt, gänzlich ver 
mieden. Die kleineren Schmuckgegenstände sind, mit 
Ausnahme der erwähnten Geschmacklosigkeiten, im All 
gemeinen vortrefflich. Von guten Formen, gewöhnlich 
mit Filigran verziert, nach antiken Mustern gehalten, 
lassen auch sie die Nachwirkung der Richtung und 
Schule Thorwaldsens erkennen. Einige Filigranarbeiten 
zeigen auch nordische Muster, wie denn das Filigran
	        
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