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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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freieren Bildungen, selbst barocker Art, viel geeigneter 
erscheint, wie zu den systematisch-regulären Bildungen 
der antiken Ceramik, zumal in so kolossalen Formen. 
Wir ziehen daher auch bei dieser Fabrik die kleineren 
Gebrauchsgegenstände im Stil des letzten Jahrhunderts 
\oi , nur scheinen sie uns minder glücklich ausgestellt 
zu sein wie in London vor zwei Jahren. 
Noch ein anderes 7'honfabricat Kopenhagens lenkt 
die Blicke aul sich: es sind die bekannten Imitationen 
antiker rhongefässe, die unseres Wissens nirgends mit 
giösserer Treue und grösserer Mannigfaltigkeit ge 
macht werden. Alle verschiedenen Arten sind nach 
geahmt und die Sicherheit des Contours, die Genauig 
keit der Zeichnung, die Farbentöne des Materials, die 
bärbung und der Lustre des schwarzen Firnisses lassen 
last nichts zu wünschen übrig; es ist nur des Guten' 
zu viel geschehen. Man begnügt sich nicht mit der 
Nachahmung, sondern schlägt auch eigene Wege ein, 
und man muss gestehen, zum Theil höchst unglücklich. 
Wenn auf die eleganten, stilvollen schwarzen Gefässe 
naturalistische Blumenkränze und Bouquets gemalt wer 
den, so liegt in dieser Verbindung ein Irrthum, der 
nicht zu verzeihen ist. Der Eindruck ist geradezu 
widerwärtig. 
Erfreulich dagegen ist der Anblick der dänischen 
Möbel, die in dunkelgefärbten, zimmerartig gehaltenen 
Nischen geschmackvoll aufgestellt sind. Ein richtiges 
Getuhl hat hier von allzu directer Nachahmung der 
Antike abgehalten und die theils geschnitzten, theils mit 
eingelegter Arbeit verzierten Möbel tragen daher eher
	        
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