— 52 -
\
freieren Bildungen, selbst barocker Art, viel geeigneter
erscheint, wie zu den systematisch-regulären Bildungen
der antiken Ceramik, zumal in so kolossalen Formen.
Wir ziehen daher auch bei dieser Fabrik die kleineren
Gebrauchsgegenstände im Stil des letzten Jahrhunderts
\oi , nur scheinen sie uns minder glücklich ausgestellt
zu sein wie in London vor zwei Jahren.
Noch ein anderes 7'honfabricat Kopenhagens lenkt
die Blicke aul sich: es sind die bekannten Imitationen
antiker rhongefässe, die unseres Wissens nirgends mit
giösserer Treue und grösserer Mannigfaltigkeit ge
macht werden. Alle verschiedenen Arten sind nach
geahmt und die Sicherheit des Contours, die Genauig
keit der Zeichnung, die Farbentöne des Materials, die
bärbung und der Lustre des schwarzen Firnisses lassen
last nichts zu wünschen übrig; es ist nur des Guten'
zu viel geschehen. Man begnügt sich nicht mit der
Nachahmung, sondern schlägt auch eigene Wege ein,
und man muss gestehen, zum Theil höchst unglücklich.
Wenn auf die eleganten, stilvollen schwarzen Gefässe
naturalistische Blumenkränze und Bouquets gemalt wer
den, so liegt in dieser Verbindung ein Irrthum, der
nicht zu verzeihen ist. Der Eindruck ist geradezu
widerwärtig.
Erfreulich dagegen ist der Anblick der dänischen
Möbel, die in dunkelgefärbten, zimmerartig gehaltenen
Nischen geschmackvoll aufgestellt sind. Ein richtiges
Getuhl hat hier von allzu directer Nachahmung der
Antike abgehalten und die theils geschnitzten, theils mit
eingelegter Arbeit verzierten Möbel tragen daher eher