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MAK

Full text : Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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farbiges  Leder  —  und  das  ist  grönländische  Hausindustrie ­
  —  ornamental  verwerthet,  z.  B.  geflechtartig
zu  breiten  Bordüren,  welche  Fussfelle  umgeben.  Unsere ­
  Ledergalanterie,  die  der  Widersinnigkeiten  so  viele
erfindet,  könnte  von  diesen  stilvollen  Arbeiten  manche
glückliche,  verwendbare  Motive  entlehnen.
Dänemark  weiset  mit  diesen  Arbeiten  auf  seine
Verbindung  mit  dem  höchsten  Norden  hin.  Diese  Verbindung ­
  hätte  uns  vielleicht  noch  reichere  Ergebnisse
zeigen  können.  Es  führt  uns  aber  statt  dessen  eine
ziemlich  bedeutende  Auswahl  aus  den  Gegenständen
seiner  Hausindustrie  vor  Augen,  Stickereien,  Spitzenarbeiten ­
  mit  ausgezogenen  Fäden,  Schmuckgegenstände,
Thonwaaren  und  verschiedenes  Andere,  was  zumeist
von  den  Mädchen  und  Burschen  auf  den  Dörfern  gearbeitet ­
  wird.  Viel  Originalität  liegt  allerdings  nicht
mehr  in  diesen  Arbeiten  und  Dänemark  steht  in  dieser
Beziehung  hinter  Schweden  und  Norwegen  zurück,  aber
die  Hausindustrie  hat  gegenwärtig  dort  auch  eine  andere ­
  Bedeutung.  Intelligente  Philanthropen  haben  auf
Anregung  des  Herrn  Clausson  Kaas,  der  früher  als  Officier
  in  der  dänischen  Armee  diente,  die  Hausindustrie
oder  wie  sie  in  diesem  Falle  richtiger  sagen,  den  »Hausfleiss«
  in  die  Hand  genommen  und  haben  bereits  zweihundert ­
  Vereine  gegründet,  ihn  zu  fördern,  indem  sie
der  Ansicht  sind,  dass  das  Schaffen  guter  und  nützlicher ­
  Dinge  im  Hause  bei  der  vielen  Zeit,  die  dem
Landbewohner  des  Nordens  frei  bleibt,  das  beste  Mittel
ist  die  Moralität  des  Volkes  zu  halten.  Von  diesem
Standpunkte  aus,  dem  moralischen  und  nicht  dem  na-
            
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