dort schon zur gemeinen Tracht geworden ist. Bei
Matrosen und Fischern sehen wir die rothe phrygische
Mütze wie in Neapel, also auch nichts Besonderes. Da
gegen erkennen wir auf den Miedern und Brusteinsätzen
der Frauen Stickereien, die trotz der Kleinheit uns den
Anblick der Originale wünschenswerth erscheinen las
sen. Leider fehlen sie auf der Ausstellung. Ebenso sind
Ohren, Hals und Brust vielfach mit goldenem Schmuck
behängt und besetzt, der sicherlich nicht ohne Eigen-
thümlichkeit ist.
Von diesem letzteren Frauenschmuck können wir uns
schon eher einen Begriff machen, nämlich aus den klei
nen Schmuckarbeiten, welche zahlreich gleich am Ein
gang in die portugiesische Abtheilung ausgestellt sind.
Die zierlichen Gegenstände verschiedener Art und ver
schiedener Bestimmung gleichen sich alle in ihrer net
ten Ausführung, insbesondere aber darin, dass die An
wendung des Filigrans ihnen wesentlich und charak
teristisch ist. Wo dieses Ornament des feinen ausgezo
genen Metallfadens mit seinen zierlichen Windungen
und Spiralen in einiger Menge auftritt, da können wir
immer auf einen engen Zusammenhang mit der natio
nalen Industrie schliessen, denn die moderne Gold,
schmiedekunst hatte diese reizende Verzierungsweise
gänzlich aufgegeben. Vor wenigen Jahren kannte nur
noch die Volkstracht das Filigran. Seitdem ist es aber
ganz neuerdings in verschiedenen Ländern von der In
dustrie aufgenommen und man hat verschiedentlich ver
sucht, es in den modernen Gebrauch einzuführen. So