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ist es in Italien geschehen, so in Norwegen. Wie weit
das mit Portugal der Fall ist, vermögen wir nicht zu
sagen, doch möchten wir aus den regelmässigen, gleich
förmigen Bildungen schliessen, dass es bis zu einem ge
wissen Grade auch schon hier geschieht.
Dagegen stossen wir bei den Poterien ländlichen
Gebrauches auf ein durchaus altes und nationales Ge
präge. Wir meinen damit besonders eine grössere An
zahl flaschenförmiger und krugartiger Wassergefässe aus
rothem Thon, mit eingeschnittenen, höchst einfachen Or
namenten, leicht gebrannt, um als Kühlgefässe zu die
nen. Schon diese Bestimmung weist auf maurisch-ara
bischen Ursprung hin und ohne Frage haben wir es
mit einer Hinterlassenschaft aus der Zeit der arabischen
Herrschaft in Portugal zu thun, finden wir doch nach
Form und Art die Verwandten dieser Gefässe noch
vielerwärts an der Nordküste Africas. Die Formen sind
zum Theil sehr schön, zum Theil sehr originell und
praktisch zugleich, so diejenigen, welche oben mit Ein
guss und Ausguss und in der Mitte dazwischen mit
einem Henkel zu bequemem Tragen versehen sind.
Das Schönste aber an diesen Gefässen ist das Ma
terial mit seinem herrlichen, lichten Braunroth. Min
der orginell und interessant sind andere glasirte Ge
schirre in Braun mit gelben Ornamenten, während eine
Anzahl schwarzer, wie mit antikem Firniss glänzender
Gefässe wieder unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Wenn wir bedenken, dass, wenn nicht in der Form,
doch in Art und Verzierung die gleichen Gefässe noch
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