— 62
heute in den östlichen Donau-Ländern auf dem Boden
der römischen Provinzen von Dacien und Mösien Vorkommen,
so werden wir wohl nicht fehlgehen, wenn
wir auch hier eine Erinnerung der alten, romanisirten
Lusitania annehmen. Freilich erinnern die Formen weit
weniger als jene der Donau-Länder an antike Vorbilder,
ja die Aehnlichkeit dieses Genre mit jenem der schwarzen
Wedgwood-Gefässe aus dem Ausgang des vorigen
Jahrhunderts hat ohne Zweifel veranlasst, wie einige
Beispiele zeigen, sie für ähnliche Thee- und Trinkgefässe
einzurichten.
Noch eine zweite Art von nationaler Industrie
haben wir mit Vergnügen zu verzeichnen, das sind die
portugiesischen Strohgeflechte. Während die Schweiz
es mit ihren nicht unberühmten und weitverbreiteten
Stroharbeiten nur auf den Bedarf der Mode oder der
Nothwendigkeit abgesehen hat und jede künstlerische
Verzierung ausser Acht lässt, begegnet uns hier in einer
Menge verschiedener, in farbigen Linien eingeflochtener
Ornamente eine eben so reizvolle wie angemessene
und stilvolle Ornamentation, welche diese Arbeiten in
ihrer Art mustergiltig macht. Doch will es uns scheinen,
als ob die Auswahl in Paris im Jahre 1867 eine
bessere und reichere gewesen wäre.
Ueberhaupt, scheint es uns, hätte die Commission
nach dieser Richtung hin mehr Sorge tragen können
um die Ausstellung Portugals interessanter zu machen.
Denn was wir erwähnt haben, ist eben alles von
unserem Gesichtspunkte aus Interessante und ohne