zur Alhambra und in den Säulenwald der Moschee von
Cordova, aber wie selten, ach, wie selten entdeckt odei
erwirbt er ein Stücklein von jenen glänzenden Seiden
stoffen, die schon im zwölften und dreizehnten Jahr
hunderte das Entzücken der Welt bildeten, oder ein
Bruchstück jener farbig glänzenden Ziegeln, welche in
Millionen Fliesen das Aeussere und Innere der Villen
und Paläste bedeckten. Die einzige Alhambra - Vase,
heute hundertfach imitirt, ist so gut wie der ganze
Ueberrest einer Thonwaarenfabrication, welche die mo
dernen Faiencen von England und Frankreich, die neuen
Majoliken Italiens, wie wir sie auf unserer Ausstellung
bewundern, wohl alle mit einander in den Schatten
stellen würde.
Zwar gibt es heute noch eine gewisse Art spa
nisch-sarazenischer Thongeschirre, die keineswegs ge
rade selten sind. Es sind Schüsseln und Gefässe von
weisslichgelber Glasur und metallisch - glänzenden Or
namenten in Goldgelb, Roth und Braun, zwar roh ge
arbeitet, aber decorativ von grosser Wirkung und daher
von den Kunstfreunden sehr geschätzt. Aber sie sind,
obwohl maureskischen Ursprunges, doch zum grössten
Theil erst; unter der spanischen Herrschaft im fünf
zehnten und sechzehnten Jahrhundert oder später noch
entstanden und heute als Industriezweig gänzlich er
loschen. Vor wenigen Jahren noch, so lautet unsere
Tradition, lebte der letzte Maureske, der sie zu machen
verstand, ein Gastwirth in Manises bei Valencia, der die
Kunst von seinen Vätern ererbt hatte und sie übte,