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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

zur Alhambra und in den Säulenwald der Moschee von 
Cordova, aber wie selten, ach, wie selten entdeckt odei 
erwirbt er ein Stücklein von jenen glänzenden Seiden 
stoffen, die schon im zwölften und dreizehnten Jahr 
hunderte das Entzücken der Welt bildeten, oder ein 
Bruchstück jener farbig glänzenden Ziegeln, welche in 
Millionen Fliesen das Aeussere und Innere der Villen 
und Paläste bedeckten. Die einzige Alhambra - Vase, 
heute hundertfach imitirt, ist so gut wie der ganze 
Ueberrest einer Thonwaarenfabrication, welche die mo 
dernen Faiencen von England und Frankreich, die neuen 
Majoliken Italiens, wie wir sie auf unserer Ausstellung 
bewundern, wohl alle mit einander in den Schatten 
stellen würde. 
Zwar gibt es heute noch eine gewisse Art spa 
nisch-sarazenischer Thongeschirre, die keineswegs ge 
rade selten sind. Es sind Schüsseln und Gefässe von 
weisslichgelber Glasur und metallisch - glänzenden Or 
namenten in Goldgelb, Roth und Braun, zwar roh ge 
arbeitet, aber decorativ von grosser Wirkung und daher 
von den Kunstfreunden sehr geschätzt. Aber sie sind, 
obwohl maureskischen Ursprunges, doch zum grössten 
Theil erst; unter der spanischen Herrschaft im fünf 
zehnten und sechzehnten Jahrhundert oder später noch 
entstanden und heute als Industriezweig gänzlich er 
loschen. Vor wenigen Jahren noch, so lautet unsere 
Tradition, lebte der letzte Maureske, der sie zu machen 
verstand, ein Gastwirth in Manises bei Valencia, der die 
Kunst von seinen Vätern ererbt hatte und sie übte,
	        
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