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und führen uns Werke vor Augen, der alten würdig?
oder welche neuen sind heute an die Stelle der alten
getreten und geben Ersatz oder neuen Ruhm für den
alten? Stellen wir also die Fragen für die spanische
Kunstindustrie, so müssen wir leider sagen, dass alles,
so gut wie alles, was einstmals den industriellen Ruhm
des Landes bildete, untergegangen ist, und was noch
glänzt in der Ausstellung, das sieht eher wie eine Er
neuerung denn wie die Fortdauer einer alten, ererbten
Tradition aus.
Unser Wirth von Manises hat nicht ausgestellt
und von all’ den maurischen und maureskischen me
tallglänzenden Poterien finden wir unter den heutigen
Thonwaaren Spaniens nicht eine Spur mehr. Die grosse
Ausstellung einer Porzellan- und Faiencefabrik von
Pickman in Sevilla ist modern, ganz modern im schlim
meren Sinne des Wortes; ihr Porzellangeschirr folgt
der Mode, wie sie vor zehn oder zwanzig Jahren herr
schend war; ihr Faiencegeschirr, eine Nachahmung des
englischen Delft, zeigt plumpe Ornamente und aufge
druckte Blumen; ein paar eigene Motive, in blassrothem
Thon ausgeführt, hat sie dem Volksgeschirr entlehnt,
aber mit griechischem Ornament geschmückt; ihr Haupt
stück ist wie in Paris und London noch immer eine
Copie der Alhambra-Vase, aber die zierlichen, glatten,
glasirten Arabesken hat sie mit dem Reliefornament der
Wände ungehöriger Weise ersetzt. Mehr Aufmerksam
keit verdienen die glasirten Flieserwon Manuel de Soto
in Sevilla. Auch sie benützen die Alhambra und imi-
tiren die Azulejos auf den dortigen Wänden, setzen