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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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und führen uns Werke vor Augen, der alten würdig? 
oder welche neuen sind heute an die Stelle der alten 
getreten und geben Ersatz oder neuen Ruhm für den 
alten? Stellen wir also die Fragen für die spanische 
Kunstindustrie, so müssen wir leider sagen, dass alles, 
so gut wie alles, was einstmals den industriellen Ruhm 
des Landes bildete, untergegangen ist, und was noch 
glänzt in der Ausstellung, das sieht eher wie eine Er 
neuerung denn wie die Fortdauer einer alten, ererbten 
Tradition aus. 
Unser Wirth von Manises hat nicht ausgestellt 
und von all’ den maurischen und maureskischen me 
tallglänzenden Poterien finden wir unter den heutigen 
Thonwaaren Spaniens nicht eine Spur mehr. Die grosse 
Ausstellung einer Porzellan- und Faiencefabrik von 
Pickman in Sevilla ist modern, ganz modern im schlim 
meren Sinne des Wortes; ihr Porzellangeschirr folgt 
der Mode, wie sie vor zehn oder zwanzig Jahren herr 
schend war; ihr Faiencegeschirr, eine Nachahmung des 
englischen Delft, zeigt plumpe Ornamente und aufge 
druckte Blumen; ein paar eigene Motive, in blassrothem 
Thon ausgeführt, hat sie dem Volksgeschirr entlehnt, 
aber mit griechischem Ornament geschmückt; ihr Haupt 
stück ist wie in Paris und London noch immer eine 
Copie der Alhambra-Vase, aber die zierlichen, glatten, 
glasirten Arabesken hat sie mit dem Reliefornament der 
Wände ungehöriger Weise ersetzt. Mehr Aufmerksam 
keit verdienen die glasirten Flieserwon Manuel de Soto 
in Sevilla. Auch sie benützen die Alhambra und imi- 
tiren die Azulejos auf den dortigen Wänden, setzen
	        
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