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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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der, dass auch hier bereits moderne Farben eindringen. 
So ist es wahrhaft beklagenswerth, wie überall im 
Orient und so auch in Spanien das noble Türkisch- 
roth durch das gemeine Anilinroth ersetzt wird. Be- 
achtenswerth bei diesen spanischen Geweben ist auch 
der Borten- und Fransenbehang, der ebenfalls der na 
tionalen Arbeit entlehnt ist. Es ist auf den Reich 
thum solcher Motive, der in den orientalischen und na 
tionalen Geweben enthalten ist, um so mehr aufmerk 
sam zu machen, als unsere Posamenterie ganz in falsche 
Wege verrannt ist. Wie köstliche und verwendbare 
ornamentale Motive darin zu finden sind, das zeigen 
Mantillen und andere für den Damengebrauch be 
stimmte Stoffe so wie die gestreiften Decken, bei denen 
freilich die Feinheit und Weichheit der Wolle auch 
einen Reiz abgibt. Auch von den schwarzen Spitzen 
schleiern wäre Gutes in diesem Sinne zu sagen, sie 
sind aber diesmal auf der Ausstellung so gut wie gar 
nicht zu sehen, daher wir uns mit der blossen Erwäh 
nung begnügen müssen. 
Die übrigen Specialitäten Spaniens, seine Arbeiten 
mit Perlmutter und Muscheln, seine Marqueterien sind 
von keiner Bedeutung; nur unter den Metallarbeiten 
ragt eine Specialität hoch hervor. Wir meinen damit 
nicht die grossen vergoldeten Kirchengeräthe im gothi- 
schen Stil, die weniger von der Kunst als von der Ver 
ehrung des Altares Zeugniss ablegen, auch nicht das 
Silbergeräth für Tisch und Tafel, das ohne Eigen- 
thümlichkeit und ohne Vorzüge ist, sondern seine tau- 
schirten Eisenarbeiten. Flier ist ein reizender, altbe-
	        
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