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Nicht als eine Specialität, sondern als ein ziemlich
ausgedehnter Industriezweig erscheint die Möbelfabrication,
welche sich mit verschiedenen Ausstellern
nicht unvortheilhaft präsentirt. Der Charakter ist durchweg
der der Renaissance, wenn auch im Bau und
ornamentalen Detail sehr viel Willkür herrscht; das
Holz ist dunkel, meist Nussholz oder Eichen. Man
erkennt, dass die Pester Kunstschreinerei für eine vornehme
und kunstgebildete Aristokratie arbeitet, die in
der Ausstattung ihrer Paläste und Schlösser über den
bisherigen französischen Geschmack bereits hinaus ist
und einer kunstgerechten Decoration der Wohnung zustrebt.
Das ist jedenfalls eine erfreuliche Erscheinung,
so viele Irrthümer wir auch an den Gegenständen auf
der Ausstellung wahrnehmen mögen.
Auch sonst sehen wir wohl einen guten Geist in
den ungarischen Arbeiten sich regen, so zum Beispiel
in den kirchlichen Stoffen und gestickten Gewändern,
die, wie es scheint, unter archäologisch-künstlerischem
Einfluss stehend, durchweg in der Art jener Geschmacksreform
gehalten ist, die vom Rheine ausgegangen ist,
und der sich jetzt trotz alledem die Franzosen selbst haben
unterwerfen müssen. Die Eederarbeiten, wobei wir
vorzugsweise an kostbare Bucheinbände und Aehnliches
denken, haben sich diesmal freier gehalten von jenen
potenzirten Ueberladungen der Wiener Ledergalanterie,
die man sonst sah; doch ist auch weniges zu sehen,
was vortheilhaft in die Augen fällt.
Hier wie anderswo, so namentlich auch bei den
ausgestellten Glasarbeiten, die ganz auf dem veralteten
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