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MAK

Full text : Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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Nicht  als  eine  Specialität,  sondern  als  ein  ziemlich ­
  ausgedehnter  Industriezweig  erscheint  die  Möbelfabrication,
  welche  sich  mit  verschiedenen  Ausstellern
nicht  unvortheilhaft  präsentirt.  Der  Charakter  ist  durchweg ­
  der  der  Renaissance,  wenn  auch  im  Bau  und
ornamentalen  Detail  sehr  viel  Willkür  herrscht;  das
Holz  ist  dunkel,  meist  Nussholz  oder  Eichen.  Man
erkennt,  dass  die  Pester  Kunstschreinerei  für  eine  vornehme ­
  und  kunstgebildete  Aristokratie  arbeitet,  die  in
der  Ausstattung  ihrer  Paläste  und  Schlösser  über  den
bisherigen  französischen  Geschmack  bereits  hinaus  ist
und  einer  kunstgerechten  Decoration  der  Wohnung  zustrebt. ­
  Das  ist  jedenfalls  eine  erfreuliche  Erscheinung,
so  viele  Irrthümer  wir  auch  an  den  Gegenständen  auf
der  Ausstellung  wahrnehmen  mögen.
Auch  sonst  sehen  wir  wohl  einen  guten  Geist  in
den  ungarischen  Arbeiten  sich  regen,  so  zum  Beispiel
in  den  kirchlichen  Stoffen  und  gestickten  Gewändern,
die,  wie  es  scheint,  unter  archäologisch-künstlerischem
Einfluss  stehend,  durchweg  in  der  Art  jener  Geschmacksreform ­
  gehalten  ist,  die  vom  Rheine  ausgegangen  ist,
und  der  sich  jetzt  trotz  alledem  die  Franzosen  selbst  haben ­
  unterwerfen  müssen.  Die  Eederarbeiten,  wobei  wir
vorzugsweise  an  kostbare  Bucheinbände  und  Aehnliches
denken,  haben  sich  diesmal  freier  gehalten  von  jenen
potenzirten  Ueberladungen  der  Wiener  Ledergalanterie,
die  man  sonst  sah;  doch  ist  auch  weniges  zu  sehen,
was  vortheilhaft  in  die  Augen  fällt.
Hier  wie  anderswo,  so  namentlich  auch  bei  den
ausgestellten  Glasarbeiten,  die  ganz  auf  dem  veralteten
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