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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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sind, z. B. ein Buchdeckel in Relief mit der Höllenfahrt 
Christi, vielleicht dem 12. oder i3. Jahrhundert ange 
hörig; die späteren nehmen mehr und mehr den spe- 
cifisch russisch-kirchlichen Charakter an, in welchem 
der Byzantinismus unter national-russischem oder asia 
tischem Einfluss erstarrte. 
Daher stimmten die Formen und Ornamente der 
Silberkreuze auch ganz gut zu den bekannten feinen 
hölzernen Reliefs in ihrer Mitte, die mit ihrer schema 
tischen Verknöcherung zu den am meisten charakteri 
stischen Gegenständen der kirchlichen Kunst in Russ 
land gehören. Im Gegensätze zu diesen Arbeiten tragen 
die älteren Waffen, deren getriebene Silberarbeit zum 
Theil sehr schön ist, wieder türkischen oder specifisch 
orientalischen Charakter; manche der ausgestellten 
Waffenstücke sind auch ganz bestimmt indischer und 
persischer Herkunft. Auf die antiken Glasgefässe, deren 
eines von besonderer Grösse und Erhaltung ist, machen 
wir die Freunde des dassischen Alterthums aufmerk 
sam. Rumänien vertritt mit diesen Gegenständen »die 
Ausstellung der Amateurs und der Museen«. 
Für uns, von unserem modernen Standpunkt, 
concentrirt sich das Interesse auf die Arbeiten der na 
tionalen Hausindustrie, d. h. insbesondere alles, was 
an Geweben und Stickereien zum Costüm gehört, so 
wie an Teppichen, Decken und dergleichen. Die Po- 
terien erscheinen minder bedeutend. Eine Garnitur von 
Sesseln feskelt insofern unseren Blick, als sie mit den 
selben Borten, welche die Gürtel der Frauen bilden, 
im Flechtwerk verziert sind. In der Ornamentation
	        
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