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sind, z. B. ein Buchdeckel in Relief mit der Höllenfahrt
Christi, vielleicht dem 12. oder i3. Jahrhundert ange
hörig; die späteren nehmen mehr und mehr den spe-
cifisch russisch-kirchlichen Charakter an, in welchem
der Byzantinismus unter national-russischem oder asia
tischem Einfluss erstarrte.
Daher stimmten die Formen und Ornamente der
Silberkreuze auch ganz gut zu den bekannten feinen
hölzernen Reliefs in ihrer Mitte, die mit ihrer schema
tischen Verknöcherung zu den am meisten charakteri
stischen Gegenständen der kirchlichen Kunst in Russ
land gehören. Im Gegensätze zu diesen Arbeiten tragen
die älteren Waffen, deren getriebene Silberarbeit zum
Theil sehr schön ist, wieder türkischen oder specifisch
orientalischen Charakter; manche der ausgestellten
Waffenstücke sind auch ganz bestimmt indischer und
persischer Herkunft. Auf die antiken Glasgefässe, deren
eines von besonderer Grösse und Erhaltung ist, machen
wir die Freunde des dassischen Alterthums aufmerk
sam. Rumänien vertritt mit diesen Gegenständen »die
Ausstellung der Amateurs und der Museen«.
Für uns, von unserem modernen Standpunkt,
concentrirt sich das Interesse auf die Arbeiten der na
tionalen Hausindustrie, d. h. insbesondere alles, was
an Geweben und Stickereien zum Costüm gehört, so
wie an Teppichen, Decken und dergleichen. Die Po-
terien erscheinen minder bedeutend. Eine Garnitur von
Sesseln feskelt insofern unseren Blick, als sie mit den
selben Borten, welche die Gürtel der Frauen bilden,
im Flechtwerk verziert sind. In der Ornamentation